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Frau, die ein Desinfektionsmittel mit dessen Inhaltsstoffen nutzt

Desinfektionsmittel: Inhaltsstoffe und gesundheitliche Wirkung

| von Julia
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Pilze, Viren und Bakterien gehören zum Alltag fest dazu. Obwohl sie uns ständig umgeben, sind nur wenige Vertreter tatsächlich gesundheitsschädlich für den Menschen – diese werden als Krankheitserreger bezeichnet. Um die Exposition mit diesen Mikroorganismen einzudämmen, kommen Desinfektionsmittel für Flächen und für die Hände zum Einsatz.

Welche Desinfektionsmittel-Inhaltsstoffe enthalten sind, was in Bezug auf die Gesundheit zu beachten ist und wie eine fachgerechte Anwendung aussieht, wird in dieser Übersicht zusammengefasst.

Desinfektionsmittel für Hände: Inhaltsstoffe

Desinfektionsmittel lassen sich in verschiedene Anwendungsgebiete und Arten einteilen. Bei einer Verwendung auf den Händen ist es besonders wichtig, dass die Inhaltsstoffe der Desinfektionsmittel gut verträglich sowie im Idealfall auch pflegend und nachfettend sind. Solche Wirkstoffe verhindern das Austrocknen der Hautoberfläche und damit auch trockene und rissige Hautstellen.

Für Hände-Desinfektionsmittel werden üblicherweise vor allem Inhaltsstoffe wie Alkohole, Sporizide und Feuchthaltemittel verwendet. Während Alkohole desinfizierend gegen Bakterien, Pilze und unbehüllte Bakterien wirken, töten Sporizide zusätzlich Sporen ab. Feuchthaltemittel schützen die Haut vor dem Austrocknen.

Zusätzlich sind oftmals auch Polyguanide, Aldehyde, Halogene, Ammoniumverbindungen und Bipyridine zu finden. Diese haben ebenfalls bakterizide, viruzide, fungizide bzw. sporizide Eigenschaften und sind für eine Anwendung auf der Haut geeignet.

Desinfektionsmittel-Inhaltsstoffe und ihre Wirkung:

InhaltsstoffeWirkung
Alkoholebakterizid, begrenzt viruzid, fungizid
Sporizidesporizid
FeuchthaltemittelSchutz der Haut vor dem Austrocknen
PolyguanideAntibakterielle Eigenschaften; zieht Bakterien durch eine negative Ladung
Aldehydefungizid, bakterizid, viruzid; zusätzlich auch bedingt sporizid
Halogenefungizid, bakterizid, viruzid, sporizid
Bipyridinebakterizid, fungizid, viruzid
Ammoniumverbindungenkeimtötend
Polihexanidbakterizid und fungizid; antimikrobielle Hand- und Hautreinigung

In Desinfektionsmitteln für die Hände können die einzelnen Stoffgruppen in verschiedenen Zusammensetzungen und Ausführungen vorhanden sein. Übliche Vertreter der einzelnen Wirkstoff-Kategorien sind insbesondere die folgenden:

  • Alkohole:B. Ethanol, Propan-1-ol, Propan-2-ol
  • Sporizide:B. Wasserstoffperoxid, Peressigsäure
  • Feuchthaltemittel:B. Glycerin bzw. Glycerol
  • Polyguanide:B. Chlorhexidin
  • Aldehyde: z.B. Formaldehyd (inzwischen wegen gesundheitlicher Bedenken nur noch sehr selten in Verwendung)
  • Halogene:B. Chlor bzw. Chlordioxid, Iod
  • Bipyridine:B. Octenidin bzw. Octenidindihydrochlorid
  • Ammoniumverbindungen: B. Mecetroniumetilsulfat

Beispiel: Inhaltsstoffe im Desinfektionsmittel von Sterillium

Um die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe eines Desinfektionsmittels darzustellen, werden hier die Produkte der Marke Sterillium als Beispiel herangezogen. Die Zusammensetzung dieses Desinfekts für Hände wird vom Hersteller wie folgt angegeben:

  • Propan-2-ol
  • Propan-1-ol
  • 1-Tetradecanol
  • Mecetroniumetilsulfat

Zusammensetzung von Desinfektionsmittel für Flächen

Nicht nur in Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen, sondern auch im privaten Bereich ist die Desinfektion von Flächen elementar. Denn mit entsprechender Hygiene kann eine Infektionskette mit potenziellen Krankheitserregern bereits unterbunden werden, bevor überhaupt ein Hautkontakt stattfinden kann.

Üblicherweise wird eine Wischdesinfektion empfohlen, die zum Teil über spezielle Desinfektionstücher erfolgt. Durch diese Vermeidung von Sprays lässt sich ein Eindringen von kleinen Desinfektionsmittel-Tropfen in die Lunge verhindern, die negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben können.

Wie auch für die Desinfektionsmittel-Inhaltstoffe bei der Handdesinfektion sind vor allem Alkohole auf der Liste enthalten. Hier ist wichtig, dass auf eine Verträglichkeit -mit dem Oberflächenmaterial geachtet wird. Hinzu kommen verschiedene Inhaltsstoffe für unterschiedliche Wirkungsspektren, zu denen vor allem Ammoniumverbindungen, Aldehyde, Peroxidverbindungen und Glykolderivate gehören können:

Inhaltsstoffe Wirkung Übliche Mittel
Aledyhde bakterizid, fungizid, viruzid, sporizid z.B. Glutaraldehyd, Formaldehyd (allerdings potenziell gesundheitsschädigend)
Alkohole bakterizid, begrenzt viruzid, fungizid z.B. Ethanol, Propan-1-ol, Propan-2-ol, Dichlorbenzylalkohol
Peroxidverbindung sporizid z.B. Peressigsäure, Wasserstoffperoxid, Natriumperborat
Quaternäre Ammoniumverbindungen bakterizid, fungizid, viruzid; sie sind weniger gesundheitsschädlich als Aldehyde, weshalb sie diese immer stärker ersetzen z.B. Benzalkoniumchlorid, Octenidin, Cetalkoniumchlorid
Guanidine bakterizid z.B. Polyhexamethylen-biguanidin (PHMB), Chlorhexidin, Hexamidin
Phenole bakterizid Cresol, Phenol, Thymol
Halogene fungizid, bakterizid, viruzid, sporizid z.B. Chlor bzw. Chlordioxid, Iod

Im Gegensatz zum Händedesinfektionsmittel sind bei den Desinfektionsmittel-Inhaltsstoffen für Flächen keine Feuchthaltemittel enthalten – die entsprechende Wirkung wäre für Flächen schlichtweg nicht sinnvoll. Dafür sind in einigen Mitteln Parfüme enthalten, die für einen angenehmen Duft sorgen sollen. Auf Duftstoffe wird hingegen bei der Handdesinfektion verzichtet, da sie potenziell allergieauslösend sein können.

Beispiel: Inhaltsstoffe im Desinfektionsmittel von Sagrotan

Sagrotan gehört wie Sterilium zu den bekannteren Marken und bietet beispielsweise Hygiene-Sprays für Oberflächen oder desinfizierende Reiniger und Tücher an. Die meisten Produkte enthalten:

  • Ethanol (zwischen 1,2 und 63 Gramm pro 100 Gramm des Produkts)
  • 2-Propanol
  • Desinfektionsmittel (ohne genauere Angaben zur Zusammensetzung)
  • Duftstoffe

Inhaltsstoffe von Desinfektionsmitteln – gesundheitsschädlich?

Im Zusammenhang mit der Desinfektion von Händen und Oberflächen taucht häufig die Frage auf, ob die verwendeten Desinfektionsmittel-Inhaltsstoffe eine gesundheitsschädliche Wirkung entfalten können. Obwohl mögliche gefährdende Eigenschaften gegeben sein können, ist die tatsächliche Gefährdungslage laut Studien und wissenschaftlichen Veröffentlichungen eher gering.

Insbesondere eine sachgemäße Anwendung kann mögliche Gefahren bereits deutlich reduzieren. Gesundheitsschädliche Auswirkungen sind dann am wahrscheinlichsten, wenn bestimmte Desinfektionsmittel-Inhaltsstoffe verwendet wurden oder eine allgemeine Sensibilität gegen die Wirkstoffe vorliegt.

Mögliche gefährdende Eigenschaften

Folgt man der Stellungnahme vom Industrieverband für Hygiene & Oberflächenschutz (IHO), so bieten die üblichen Wirkstoffe wie Ethanol oder Isopropanol keine dokumentierten Hinweise auf krebserzeugende, erbgut- oder fortpflanzungsschädigende Effekte. Auch Resistenzen sind nicht bekannt. Lediglich lokale Hautschädigungen können durch einen häufigen Gebrauch entstehen.

Allerdings können verschiedene Desinfektionsmittel-Inhaltsstoffe, die inzwischen oftmals gar nicht mehr verwendet werden, zu körperlichen Reaktionen führen. Die tatsächlichen Effekte unterscheiden sich je nachdem, wie hoch und häufig die Exposition ist. Nach der geltenden CLP-Verordnung werden die Gefahren der Wirkstoffe pro Stoffgruppe eingeteilt, wodurch die intrinsischen Gefahren verglichen werden können:

  • kanzerogen
  • reizend
  • sensibilisierend
  • ätzend
  • giftig
  • Auslöser allergischer Reaktionen
  • erbgutverändernd

Einschätzung der Gefährdungslage verschiedener Inhaltsstoffe

Bei einer Betrachtung der Inhaltsstoffe moderner Desinfektionsmittel fällt jedoch schnell auf, dass gefährdende Wirkstoffe fast gar nicht mehr zu finden sind. Das bestätigt auch die derzeitige Risikobewertung, die vom Robert Koch Institut (RKI) verlinkt wurde. Laut BGW besteht eine Gefährdungslage bei den folgenden Inhaltsstoffen:

Inhatsstoff Mögliche Gefährdungslage
Formaldehyd (kommt in Desinfektionsmittel praktisch nicht mehr vor) gentoxisch, kanzerogen, reizend
Chlorhexidin Störung der Hautbarriere und Austrocknen der Haut; sensibilisierend
Natriumhypochlorit reizend auf Haut und Schleimhäute
Jodiertes Polyvinylpyrrolidon selten Auslöser allergischer Reaktionen
Quartäre Ammoniumverbindungen reizend und sensibilisierend
Alkylamine ätzend; Auslöser allergischer Reaktionen
Glyoxal erbgutverändernd

Richtige Verwendung von Desinfektionsmitteln

Um für eine optimale Desinfektion zu sorgen und gleichzeitig das Risiko möglicher Gefährdungen für die Gesundheit zu reduzieren, ist eine richtige Verwendung der Desinfektionsmittel essenziell. So ist es wichtig, zwischen Händedesinfektionsmitteln und Flächendesinfektionsmitteln zu unterscheiden und auf deren Haltbarkeit zu achten: Sind sie abgelaufen, sollte von einer Verwendung abgesehen werden. Gleiches gilt auch dann, wenn eine offensichtliche Kontaminierung durch Fremdstoffe und Flüssigkeiten erkennbar ist.

Händedesinfektionsmittel

Bei der Händedesinfektion haben sich die folgenden Maßnahmen als besonders wirkungsvoll erwiesen:

  • Geben Sie das Desinfektionsmittel auf die trockenen Handflächen und verwenden Sie eine ausreichende Menge laut Herstellerangaben.
  • Verreiben Sie Ihre Hände für etwa 30 Sekunden, damit das Mittel gründlich wirken kann.
  • Achten Sie darauf, die richtige Einreibetechnik anzuwenden – nur so kann sichergestellt werden, dass alle Flächen erfasst wurden.
  • Verdünnen Sie das Desinfektionsmittel nicht, indem Sie sich beispielsweise direkt davor oder danach die Hände waschen.

Flächendesinfektionsmittel

Bei der Flächendesinfektion wird zwischen Wischdesinfektion und Sprühdesinfektion unterschieden. Bei beiden Varianten gilt jedoch, dass die folgenden Vorkehrungen eingehalten werden sollten:

  • Tragen Sie Handschuhe, um Ihre Haut vor möglicherweise schädlichen Einflüssen zu schützen.
  • Sorgen Sie dafür, dass die Fläche ausreichend nass gemacht wird. Andernfalls können schädliche Mikroorganismen zurückbleiben.
  • Achten Sie darauf, den feinen Sprühnebel von Sprühdesinfektionen nicht einzuatmen, um Ihre Lunge nicht zu reizen.
  • Verwenden Sie bei Wischdesinfektionen am besten Einwegtücher und werfen Sie diese nach der Verwendung weg. Tauchen Sie ein benutztes Tuch keinesfalls wieder in das Mittel, um Kontaminationen zu vermeiden.

Zusammensetzung von Desinfektionsmitteln nach WHO-Rezeptur

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat inzwischen eine eigene Rezeptur veröffentlicht, die die Herstellung wirksamer Desinfektionsmittel für Ärzte und Apotheker erlaubt.

Obwohl es sich um eine Liste mit Desinfektionsmittel-Inhaltsstoffen samt Anleitung für die Herstellung handelt, sollte dieses Desinfektionsmittel nicht von einem Laien zu Hause produziert werden: Darin sind potenziell entzündliche Stoffe enthalten, die Fachwissen erfordern. Bei den Inhaltsstoffen nach WHO-Rezeptur handelt es sich um folgende:

  • Ethanol (96%) oder Isopropanol (99,8%)
  • Wasserstoffperoxid (3%)
  • Glycerol (98%)
  • Destilliertes Wasser oder abgekochtes und abgekühltes Wasser

Darüber hinaus wird eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mitgeliefert, die die Produktion erleichtern soll: Der Alkohol wird in einen Plastik- oder Glascontainer gefüllt und dann mit dem destillierten Wasser auf 10 Liter aufgefüllt. Danach kommt das Wasserstoffperoxid hinzu.

Die Mischung wird vorsichtig geschüttelt, bevor das Glycerol hinzukommt. Zuletzt werden die Plastikflaschen mit 500 oder 100 Milliliter-Kapazitäten abgefüllt. Nach 72 Stunden ist das selbst hergestellte Desinfektionsmittel einsatzbereit – in der Zwischenzeit wurden alle Sporen abgetötet, die sich noch im Behälter befunden haben können.

Desinfektionsmittel: Inhaltsstoffe je nach Art unterschiedlich

Desinfektionsmittel-Inhaltsstoffe können sich stark unterscheiden – je nachdem, für welchen Verwendungszweck diese eingesetzt werden sollen. Bei der Händedesinfektion wird auf eine Hautverträglichkeit durch Feuchthaltemittel gesetzt, während bei Flächendesinfektionen häufiger aldehydische Komponenten zu finden sind. Je nach Empfindlichkeit sollten Sie die richtigen Produkte für sich finden und verwenden.

Häufige Fragen zur Zusammensetzung von Desinfektionsmitteln

Zu den wichtigsten Bestandteilen von Desinfektionsmitteln gehören Alkohole, die zumeist einen Volumenanteil zwischen 60% und 95% besitzen und damit den Großteil des gesamten Produkts ausmachen. Übliche Alkohole sind vor allem Ethanol, 1-Propanol und 2-Propanol. Letzteres ist auch unter dem Namen Isopropanol bekannt.

In der Flächendesinfektion kommen auch Halogene vor, die zur Denaturierung zahlreicher Strukturen beitragen und daher für den menschlichen Organismus eher schlecht verträglich sind. Übliche Vertreter dieser Desinfektionsmittel-Inhaltsstoffe sind Halogene wie Chlor, Fluor oder Jod.

Bei einem übermäßigen Gebrauch von Desinfektionsmitteln ist es möglich, dass gesundheitliche Folgen auftreten können. Das kann an Inhaltsstoffen wie Duftstoffen und Aldehyden liegen, die in seltenen Fällen Allergien auslösen oder für Irritationen bei empfindlicher Haut sorgen können.

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