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KI im Alltag: Vorurteile, Chancen und der verantwortungsvolle Umgang mit der modernen Technologie

| von Julia
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Künstliche Intelligenz (KI) gehört zu den wichtigsten Trends des digitalen Zeitalters. Eine Vielzahl an Unternehmen setzen bereits auf die innovative Technologie. Ob für die Entwicklung, in Verwaltungsaufgaben oder für die Produktion. Doch auch unser Alltag lässt sich mithilfe von KI in vielerlei Hinsicht einfacher gestalten. In einigen Bereichen entdecken wir sie offensichtlich, in anderen eher auf den zweiten Blick. Wir verraten Ihnen, wo uns KI bereits unterstützt und welche Maßnahmen notwendig sind, um mit der Technologie verantwortungsbewusst umzugehen.

Vom Smart Home bis zur Sprachsteuerung: Hier lässt sich KI in den Alltag integrieren

Jeder kennt sie, fast alle nutzen sie: Die künstliche Intelligenz (KI). Wurde die fortschrittliche Technologie bis vor einigen Jahren fast ausschließlich von Unternehmen genutzt, hat sie heute in fast jeden Haushalt Einzug erhalten. Ob Sprachsteuerung, Übersetzungs-Tools, Heimautomatisierung oder Navigationssysteme – in vielen Bereichen erleichtert uns die Technologie zunehmend unseren Alltag.  

Mithilfe von KI können technische Systeme ihre Umwelt besser wahrnehmen, analysieren, durch Erlerntes Probleme lösen und somit bestimmte Ziele erreichen. Sie sind also in der Lage ihr Handeln entsprechend an neu erlernte Situationen anzupassen. Mittels unzähliger Datenmengen, welche durch das Internet heute zur Verfügung stehen, konnte die Entwicklung von KI seit Beginn der 2000er in raschen Zügen voranschreiten – „Big Data“ lautet das Stichwort. So wird der Online-Handel heute beispielsweise bereits zu 85 Prozent mit KI abgewickelt.

Da auch die Nachfrage an Alltags-KI seit den letzten Jahren deutlich zunimmt, möchten wir einen Blick auf die vielfältigen Optionen werfen und uns die Frage stellen, wie eigentlich der verantwortungsbewusste Umgang mit der Technologie aussieht.

Smart Home

Das intelligente, vernetzte Zuhause übernimmt für viele von uns einen immer höheren Stellenwert. Automatische Rolläden, ausgeklügelte Sicherheitsprogramme, automatisierte Kaffeemaschinen, sich selbst anpassende Lichtverhältnisse oder ein stets behagliches Raumklima – es sind die kleinen Dinge im Leben, durch die sich der Alltag schon um ein Stück leichter anfühlt. Gerade in Zeiten von Lockdown, Homeoffice und Hausbau-Boom erreicht die Optimierung der eigenen vier Wände zu einem smarten Zuhause einen neuen besonders hohen Stellenwert. Denn der Komfort, den uns die Technologie dabei bereitet hat sich in den letzten Jahren deutlich gesteigert.

So können wir die Heizung steuern, auch wenn wir noch nicht Daheim sind, damit wir an einem kühlen Herbsttag in die aufgewärmte Wohnung kommen. Markisen können eingefahren werden, wenn sich Regen oder ein Sturm ankündigen. Es gibt beinahe nichts mehr, was sich nicht nach unseren Vorlieben steuern und programmieren lässt. Dabei geben wir der KI über einen gewissen Zeitraum all die Daten, die sie für die korrekte Ausführung benötigt und je nach Umfang läuft irgendwann alles ganz automatisch. Sobald wir die KI mit ausreichend Daten „gefüttert“ haben, kann unser Kühlschrank zum Beispiel die nächste Lebensmittelbestellung anhand unseres Einkaufverhaltens tätigen und die Lampen in unseren Räumlichkeiten stellen sich nach Tageszeiten und Anwesenheit automatisch ein.

Doch ein Risiko ist wie immer gegeben: Denn in einem vollständig vernetzten Haus bzw. dem zugehörigen Gerät liegen persönliche Daten, über die man Rückschlüsse auf die jeweiligen Bewohner und z. B. deren An- und Abwesenheitszeiten Zuhause ziehen kann. Dies ermöglicht zum Beispiel Einbrechern, einen Überblick zu bekommen, wann Sie Daheim sind. Aus diesem Grund ist Vorsicht geboten, welche Daten man explizit mit der Software teilen möchte.

Sprachassistenz

Wer kennt sie nicht? Alexa, Cortana, Siri und Co. gehören zu den weitverbreitetsten Sprachsteuerungstools – im Englischen auch Voice Assistant genannt. Zwar weisen einige von ihnen hin und wieder kleine Fehler auf. Nichtsdestotrotz kann man förmlich miterleben, wie sie an Intelligenz dazugewinnen. Mittels sogenanntem Machine Learning erkennen Sprachassistenten spezielle Muster innerhalb der Datenmengen, die sie über die „Kommunikation“ mit uns aufschnappen und können mit der Zeit immer präzisere Antworten geben. So zum Beispiel auf die Frage wie das Wetter heute wird, wie viel Uhr es ist oder wie die Verkehrslage auf der Strecke zur Arbeit aussieht. Auch Online-Bestellungen lassen sich mittlerweile spielend leicht über Voice Assistance durchführen.

Musik- und Videostreaming

Auch im Bereich des Musik- und Videostreamings begegnet uns KI – zwar eine einfache Form davon. Denn alle Musikvorschläge, die auf unseren zuletzt gehörten Songs basieren sowie neue Serien und Filme, „die uns möglicherweise auch gefallen könnten“ berufen sich auf KI-Informationen. Die KI lernt in diesem Fall immer mehr über unseren individuellen Musik- und Filmgeschmack und spuckt dementsprechend ihre Empfehlungen für uns aus.

Assistiertes Fahren & Navigation

Bis sich das autonome Fahren vollständig und insbesondere als sicher etabliert hat, wird es wohl noch einige Jahre dauern. Allerdings gibt es heute bereits einige Funktionen, die uns dem autonomen Fahren schon mal einen Schritt näherbringen und somit das Fahrerlebnis um einiges angenehmer gestalten. Zu diesen Funktionen zählen beispielsweise der sogenannte Abstandsregler, spezielle Notbremsassistenten, eine automatische Verkehrsschild-Erkennung sowie die automatische Einparkhilfe.

Die KI hat die Aufgabe, die Situationen beim Fahren richtig einzuschätzen. So stellt zum Beispiel eine Plastiktüte auf der Straße keinen Grund für eine Notbremse dar und auch beim Einparken ist nicht jeder Schatten ein Risiko. Dank Bilderkennung kann die KI in zum Beispiel auch Tempolimits erkennen und den Fahrer rechtzeitig an die Geschwindigkeitsbegrenzung erinnern. So stellt sie auch bei hohen Geschwindigkeiten einen Sicherheitsfaktor dar – was natürlich nicht bedeutet, dass man sich vollständig auf die KI verlassen sollte. Auch Navigationssysteme greifen mittlerweile für die eine genaue Streckenberechnung auf KI zurück. Denn dank der richtigen Analyse können uns Google Maps oder andere Navis mitteilen, welche Strecke die schnellste ist oder auf wie wir den Stau am besten umgehen können, um doch noch pünktlich zum Termin zu erscheinen.

Gesichtserkennung

Immer mehr Smartphones verfügen über die Gesichtserkennung. Diese ermöglicht es Ihnen, unabhängig von den Lichtverhältnissen, ihr Smartphone aber auch bestimmte Apps nur mithilfe des sogenannten Face-Scans freizuschalten bzw. zu entsperren. Hinter dieser Funktion verbirgt sich ebenfalls der Einsatz künstlicher Intelligenz. Denn Algorithmen in unserem Smartphone arbeiten daran, unsere Gesichtszüge bei jedem Blick darauf genauer zu analysieren.

Je mehr Informationen über unser Aussehen gespeichert werden – ob morgens nach dem Aufstehen, ungeschminkt oder geschminkt oder mit verschiedenen Frisuren – umso schneller und besser können wir die Displaysperre aufheben oder bspw. Verifizierungen im Rahmen von Online-Banking oder neuen Social Media Accounts durchführen. Doch nicht nur am Handy kommt die Gesichtserkennung zum Einsatz. Auch Hersteller für Smart Home – oder Haussicherheitssysteme greifen auf die Technologie zurück (z.B. für die Entriegelungen von Haustüren etc.).

Filtern von Werbeanzeigen

Ein weiterer Bereich, indem wir KI im täglichen Leben wiederfinden, ist beim Filtern von Werbeanzeigen und Spam E-Mails. Kennen Sie es auch? Sie öffnen Ihr E-Mail-Postfach und entdecken gelegentlich Mails, die Sie als Spam bezeichnen würden. Ohne KI wäre die Anzahl dieser Mails wahrscheinlich noch größer. So haben es sich E-Mail-Anbieter zur Aufgabe gemacht, Junk- oder Spam-Mails mittels KI zu identifizieren und sie direkt in den besagten „Spam-Ordner“ zu verbannen. Dabei analysieren KI-Algorithmen unzählige Informationen, um Muster in den Datenströmen aufzudecken, welche auf Spam hindeuten. Dazu zählen beispielsweise die Formatierung, die Sendezeit und die Anzahl der gesendeten E-Mails eines bestimmten Kontos.

Ebenso bekannt als Alltags-KI ist zum Beispiel der Algorithmus, der uns z. B. bei Facebook begegnet. Dieser erkennt und analysiert gewisse Klicks, Likes, Gewohnheiten, Kontakte und Follower sowie Informationen darüber, wer mit wem in wie engem Kontakt steht. Das führt dazu, dass die Nachrichten der „besten“ Freunde oder derer, deren Inhalte man am meisten klickt, auch weiter oben im Newsfeed angezeigt werden. Mittlerweile greifen auch viele andere sozialen Netzwerke auf diese Art von KI zurück. Ziel ist die Nutzeroptimierung und natürlich das Potenzial Werbung gezielter auszustrahlen. Denn durch die „Gefällt mir“-Angaben, „Likes“ oder „Following“-Optionen zieht die künstliche Intelligenz Rückschlüsse darauf, welche Posts oder Werbung für den jeweiligen User interessant sein könnten. Produkte können somit gezielt platziert werden – häufig, ohne dass sich der Verbraucher am Ende wirklich bewusst ist, dass die Kaufintention hier eigentlich von einer KI getrieben wird.

Künstliche Intelligenz: Verantwortungsvoller Umgang ist ein absolutes Muss

Jeder einzelne Alltagsbereich, in dem KI eingesetzt wird, verbessert zum einen das tägliche Leben, greift auf der anderen Seite aber auch in irgendeiner Art und Weise in unsere Privatsphäre ein – für den einen mehr, für den anderen weniger. Darum muss bei der Entwicklung von KI der Schutz dieser Privatsphäre und der persönlichen Informationen höchste Priorität haben. Es liegt in der Verantwortung der Hersteller und Entwickler, diesem Ziel und wichtigen Faktor nachzugehen und die Nutzer vor Missbrauch der KI z. B. durch Hackerangriffe zu schützen. Je mehr KI in unseren Alltag Einzug erhält, umso stärker muss sich auch die Politik mit dem Thema Cybersicherheit und Datenschutz auseinandersetzen und hier die entsprechenden Gesetze und Weichen für eine optimale und sichere Nutzung stellen.

Letztendlich kann jeder individuell für sich entscheiden, ob bzw. welche KI-Lösungen er im Alltag in Anspruch nimmt. Die meisten Wissenschaftler sind sich einig, dass es in den nächsten Jahren kein System geben wird, welches den Menschen mit all seinen Fähigkeiten vollständig nachstellen kann. Grundsätzlich sollten wir dem Thema KI – ob im Alltag oder im Business möglichst offen gegenübertreten, da sie abseits der Vorurteile viele Chancen und Erleichterungen für uns Menschen bereithalten kann. Jegliche Risiken sollten bei der Entwicklung von neuen Technologien, Strategien, Funktion und den entsprechenden Gesetzen immer im Hinterkopf behalten werden. So bleibt die Maschine die helfende Hand des Menschen.

Video: KI im Alltag | Wo wir sie finden und was die Zukunft bereithält

In unserer neuesten Technologie-Episode von medsolutTV geht Vincent Schneider der künstlichen Intelligenz auf den Grund, die uns Tag für Tag in verschiedensten Situationen begleitet. Sehen Sie selbst, welche innovativen Möglichkeiten sich bereits in unseren Alltag integriert haben und wie die Zukunft mit KI aussehen könnte …

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