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Wie klimaneutral sind wir wirklich? Das sagt die Wissenschaft

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Seit vielen Jahren werden viele Millionen Euro in die Klimaschutz-Forschung investiert. So werden vor allem jene Projekte subventioniert, die zu einer nachhaltigen Reduzierung der CO²-Emissionen führen. Forscher wollen erreichen, dass bis zum Jahr 2030 um bis zu 350 Tonnen weniger CO² ausgestoßen werden als noch in 2014. Wie ist es tatsächlich um unsere Klimaneutralität bestellt?

Klimaneutralität: Der Blick in die Zukunft

Eine vom Umweltbundesamt publizierte Studie zum Thema „Treibhausgasneutrales Deutschland im Jahr 2050“ machte deutlich, dass es selbst für ein so großes Industrieland durchaus möglich sei, die CO²-Emissionen um bis zu 95 Prozent im Vergleich zu den 1990er-Jahren zu senken. Diese Aussage bildet die Basis für das aktuell ins Leben gerufene RESCUE-Projekt, welches die Verbindung zwischen Klimaschutz und -neutralität in Relation zur Ressourcennutzung auf den Prüfstand stellt.

Experten sind sich einig: Langfristig könnte es sogar gelingen, minimale Werte – selbst auf einem Null-Emissionsniveau – zu erreichen. Voraussetzung dafür ist eine nachhaltige land- und forstwirtschaftliche Bewirtschaftung und eine ökologisch verträglichere Lebensweise in unserer Gesellschaft.

Es tut sich etwas in Sachen Klimaschutz

Der Klimaschutzplan der Bundesregierung bezifferte 2014 den Gesamtausstoß an CO² mit sage und schreibe 890 Millionen Tonnen. Im Laufe der Zeit wurden zahlreiche Projekte ins Leben gerufen, deren Fokus auf die Bereiche Energie, Klima und Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Ob Kreislaufwirtschaft, Biodiversität oder Ocean Cleanup – viele Projekte sind exzellent durchdacht und liefern praktische Lösungen mit Blick auf den Klimaschutz.

Das Kopernikus-Projekt „SynErgie“ nimmt die industriellen Großverbraucher ins Visier und hat es sich zum Ziel gesetzt, mit überschüssigem Strom wirtschaftlich sinnvoller umzugehen. Das Budget zur Förderung des Projektes liegt bei 30 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre. Das Augenmerk liegt unter anderem darauf, die Generierung von umweltfreundlichem Wasserstoff salonfähig zu machen und bis zur „Marktreife“ zu bringen. Über 260 Unternehmen und Institutionen aus den Bereichen Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft sind bei diesem Vorhaben involviert.

Der CO²-Ausstoß auf den Punkt gebracht

In den unterschiedlichsten Bereichen des Alltags sowie auf gewerblicher und industrieller Ebene fallen CO²-Emissionen an. Vor allem in diesen Bereichen sind die Klimagasausstöße immens:

  • 24 Prozent entfallen auf die Bereiche Strom und Heizen
  • 15 Prozent entfallen auf den Bereich Ernährung
  • 19 Prozent entfallen auf die Mobilität
  • 8 Prozent entfallen auf die allgemeine Verwaltung
  • 34 Prozent entfallen auf die öffentliche Infrastruktur

Aktuellen Statistiken zufolge ist der Verkehrssektor zu einem hohen Anteil verantwortlich für die CO²-Emissionen Deutschlands. So sind Automobil-, Zulieferer- und Chemieunternehmen, aber auch Forschungsinstitute und ähnliche Einrichtungen mit hohem Engagement dabei, synthetische Kraftstoffe zu entwickeln. Auch die Entwicklung umweltorientierter Elektromotoren und Brennstoffzellen nimmt in diesem Zusammenhang einen wesentlichen Stellenwert ein.

Auch die Reduzierung der CO²-Emissionen im Gebäude- bzw. Immobiliensektor kann sich auf die Entwicklung der angestrebten Ziele auswirken. Weil es die Städte und Gemeinden aus eigener Kraft nur bedingt schaffen werden, klimaneutraler zu werden, hat man mehrere symmetrisch konzeptionierte Projekte angelegt. Diese sogenannten Leuchtturm-Projekte in Stuttgart, Esslingen, Oldenburg, Kaiserslautern sowie im Holsteinischen Heide sollen dabei helfen, durch solares Bauen eine höhere Energieeffizienz zu gewährleisten.

Zukunftsorientierte Forschung der Spitzenklasse

Nicht nur Großunternehmen, sondern auch kleine und mittelständische Betriebe sind mit Hochdruck dabei, den technologischen Fortschritt in puncto Klimaneutralität voranzutreiben. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt bereits seit 2007 mit einer Förderinitiative deutschlandweit die KMUs mit einer Summe von über 1,25 Milliarden Euro. Rund 130 Millionen Euro davon fließen in Themenbereiche wie Klimaschutz und Energieeffizienz.

Bio-Ökonomie als nachhaltige Wirtschaftsform

Im Laufe der Jahre hat man sich ein solides biologisches Wissen angeeignet. So hat man unter anderem auch gelernt, auf vielfältige Weise Ressourcen zu schonen bzw. sie effizienter zu verwenden als zuvor. Es ist somit gelungen, fossile Rohstoffe durch nachwachsende zu ersetzen und so die CO²-Emissionen deutlich zu senken. Darüber hinaus haben sich innovative Bio-Raffineriekonzepte etabliert, mit denen Biomasse einer höherwertigeren und vielfältigeren Verwertung zugeführt werden.

Es gibt heutzutage biobasierte Methoden, mit denen Unternehmer in der Lage sind, CO² verstärkt als Rohstoff für die Herstellung höherwertiger Substanzen oder Verbindungen zu verwenden. Auch die neu gewonnenen Erkenntnisse aus dem Bereich der Pflanzenzüchtungsforschung spielen in Sachen Klimaneutralität eine wesentliche Rolle. Mit neuen Pflanzensorten sollen eine bessere CO²-Fixierung gewährleistet werden und durch eine daraus resultierende veränderte Fotosynthese höhere Erträge sichergestellt werden. Und das selbst unter erschwerten Wachstumsbedingungen.

Individuelle Handlungsspielräume nutzen

Sowohl die tägliche Hin- und Rückfahrt zur Arbeit als auch vereinzelte Flugreisen können die CO²-Emissionen drastisch in die Höhe treiben. Ganz gleich, ob im privaten Bereich oder auf gewerblicher Ebene – Grundsatzentscheidungen rund um Energieversorgung, Verkehr, Mobilität, Ernährung etc. sind das, was zählt. Demgemäß ist nicht nur die Forschung, sondern jeder Einzelne gefragt, die Klimaneutralität im Blick zu halten.

Video: medsolutTV – So steht es um unsere Klimaneutralität

Auch unser medsolutTV-Moderator Vincent Schneider hat sich mit dem Thema Klimaneutralität auseinandergesetzt. Im ersten Video zur neuen „Klima“-Reihe geht er dem aktuellen Stand der Dinge auf den Grund und beleuchtet unter anderem welchen Branchen bereits weitestgehend klimaneutral gearbeitet wird, welche Ziele wir verfolgen und wo die Reise hingehen soll. Sehen Sie selbst:

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