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Über die Wertschätzung unseres Wassers – Alles zum Weltwassertag 2021

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Themen des Artikels

Am 22. März ist Weltwassertag. In diesem Jahr steht der von den Vereinten Nationen ins Leben gerufene Tag unter dem Motto „Valuing Water“ (dt. Wert des Wassers). Unser Team hat sich Gedanken zu diesem wichtigen Thema gemacht und relevante Fakten sowie Informationen gesammelt. Was genau es mit diesem Tag auf sich hat, welche neuen Forschungserkenntnisse sich im Bereich der Wasseranalytik ergeben haben und was wir tun können, um den Grundgedanken an die Wertschätzung unseres Wassers zu stärken und zu fördern, erfahren Sie im Folgenden.

Wieso gibt es den Weltwassertag?

Sauberes Trinkwasser ist in Deutschlands Haushalten eine Selbstverständlichkeit. Doch das ist im Rest der Welt nicht überall der Fall. Mehr als 2.2 Milliarden Menschen weltweit steht kein sauberes Wasser zur Verfügung [1]. In vielen Regionen, vor allem in Südasien, Nordafrika oder im Nahen Osten, herrscht Wasserknappheit. Mehr als 40 % der Weltbevölkerung ist der Zugang zu sicheren sanitären Einrichtungen verwehrt. [2] Krankheiten durch verschmutztes Wasser sind häufig die Folge.

Weltwassertag – Weltweiter Aktionstag zur Sensibilisierung

1993 wurde der Weltwassertag auf der UN-Konferenz in Rio de Janeiro ins Leben gerufen und findet seitdem jedes Jahr am 22. März statt. Der internationale Aktionstag soll verstärkt die breite Bevölkerung für die weltweite kritische Wassersituation sensibilisieren. Alle UN-Mitgliedstaaten sind am Weltwassertag aufgerufen, UN-Empfehlungen einzuführen und konkrete nationale Aktivitäten zur Verbesserung der Wasserverfügbarkeit oder zum nachhaltigen Umgang mit Wasser zu initiieren.

Das Motto am Weltwassertag 2021 – „Valuing Water“

In Jahr 2021 steht der Weltwassertag unter dem Motto „Valuing Water“ – „Wasser wertschätzen“ [3]. Das Motto soll Menschen überall auf der Welt dazu aufrufen, sich über den lebensnotwendigen Wert des Wassers Gedanken zu machen. Hierbei sind nicht nur finanzielle, sondern vor allem auch soziale, kulturelle und ökologische Aspekte gemeint.

Wasser bildet die Grundlage allen Lebens, aber im Hinblick auf das sich ändernde Klima und steigende Bevölkerungszahlen wird die wertvolle Ressource immer knapper. Daher ist es umso wichtiger, dass sich Menschen nicht nur am Weltwassertag den Wert des Wassers in ihrem täglichen Leben bewusst machen und mit dem hohen Gut sparsam und achtsam umgehen.

Die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung

Gerechtigkeit auf der Welt schaffen, Armut beseitigen, natürliche Ressourcen schonen – das sind die Intentionen der 2015 von den Vereinten Nationen (UN) verabschiedeten Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung.[4]

Die 17 Ziele für eine nachhaltigere Welt

Den Kern hierfür bilden 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (engl. Sustainable Development Goals – SDGs). Diese sollen soziale, ökologische und wirtschaftliche Maßnahmen fördern, um bis in das Jahr 2030 weltweit einen höheren Grad an Nachhaltigkeit zu erreichen. Zu den Zielen zählen beispielsweise mehr Klimaschutz und die deutliche Reduzierung von Armut und Hunger. Jedoch ist auch die nachhaltige Verwendung von sauberem Wasser und dessen Verfügbarkeit für alle Menschen in dem sechsten der 17 Ziele verankert und verbindet daher den Weltwassertag mit der Agenda 2030.

Länder zur Umsetzung verpflichtet

Die Ziele in konkrete Maßnahmen umzusetzen, ist Sache der Nationalstaaten. Alle Länder sind jedoch verpflichtet, aktiv die Umsetzung der Maßnahmen zu treiben – und zwar unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Situation und ihrem Entwicklungsstand. Nur durch den globalen Ansatz kann sichergestellt werden, dass auch Maßnahmen der wirtschaftlich stärkeren Länder eine nachhaltige Entwicklung in den ärmeren Ländern der Welt unterstützen.

Infografik zum Weltwassertag

Infografik zum Weltwassertag 2021

Mit dem folgenden Embed-Code können Sie die Infografik ganz einfach auf Ihrer Website einbinden und mit Ihren Kunden und Lesern teilen. Probieren Sie’s aus!

<a href="https://mesdsolut.com/de/weltwassertag-2021" title="Weltwassertag 2021">
    <img src="https://medsolut.com/wp-content/uploads/2021/03/Infografik-zum-Weltwassertag-2021.jpg" 
        alt="Infografik zum Weltwassertag 2021" />
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Neueste Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Wasser- und Trinkwasseranalytik

Die Versorgung der Weltbevölkerung mit sauberem Trinkwasser erfordert nicht zuletzt effiziente und sensitive Analysemethoden. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Eintragung von Mikroplastik in Gewässer, Umweltgifte, Entsorgung von Medikamenten oder Haushaltschemikalien – alles Faktoren, die zu einer steigenden Belastung des Wassers führen. Immer neue Substanzen müssen detektiert, identifiziert oder quantifiziert werden.

So werden in Deutschland heute mehr als 100 chemische Substanzen regelmäßig überwacht, sechsmal so viel wie noch 1975. Neben den chemischen Substanzen ist ein weiterer Fokus der Wasseranalytik auf mikrobiologischen Parametern oder Indikatoren wie dem pH-Wert. Der Weltwassertag ist auch eine gute Gelegenheit, sich in diesem Zusammenhang mit den neuesten Entwicklungen zu beschäftigen.

Sensibilität – Effizienz – Flexibilität

Die heutige Forschung in der Wasseranalytik geht nach aktuellem Stand in drei Hauptrichtungen

  • Maximale Effizienz durch hohen Durchsatz und Automatisierung
  • Maximale Sensibilität auch für neue Substanzen
  • Flexibel einsetzbare Testmöglichkeiten mit schnellen Auswertungsmöglichkeiten auf Basis künstlicher Intelligenz

Die neue Wasseranalytik ist smart. Automatisierte Probenaufgaben (Autosampler) erhöhen den Durchsatz von Laboren, fertige Testkits mit den notwendigen Untersuchungsreagenzien ersetzen komplizierte und langwierige Probenvorbereitungen. So können heutige moderne Laborgeräte bis zu 260 Substanzen gleichzeitig identifizieren – und das mit geringem manuellen Aufwand.

Zusätzlich werden verstärkt Auswertealgorithmen auf Basis künstlicher Intelligenz eingesetzt. Diese können aus der hohen Anzahl an Analysedaten viel schneller und präziser die richtige Substanz herausfiltern, als dies Menschen vermögen. Die neuen Methoden haben auch mit dazu beitragen, dass sich die Empfindlichkeit der Wasseranalytik in den letzten 30 Jahren um das 1000-fache gesteigert hat.

Die neuen Technologien machen es auch möglich, dass Geräte immer kleiner und damit immer flexibler werden. So werden zukünftig auch Proben in Gewässern oder Brunnen genommen, mit Handgeräten vermessen und direkt ausgewertet werden können. Der Transport in das Labor und die damit verbundenen Kosten und die Wartezeit auf das Ergebnis entfallen. Eine Weiterentwicklung, die vor allem in den ärmeren Ländern der Welt ein großes Anwendungspotenzial hat.

Wie steht es um die Zukunft unseres Wassers?

„Wasser wird kostbarer als Gold“ ist die Überschrift einer UNO-Studie über die Zukunft des Wassers und zeichnet dabei ein düsteres Bild. Die Wasservorräte der Erde sind endlich, das vorhandene Wasser wird knapper und ein Wasserdefizit scheint unausweichlich.

Die Weltbevölkerung wächst stetig, pro Jahr wird mit einer Steigerung um 78 Millionen Menschen gerechnet. Die Bevölkerungszahl von heute 7.8 Milliarden Menschen wird bis in das Jahr 2050 auf 9.7 Milliarden angewachsen sein. [5,6]
Dazu kommt, dass sich der Wasserverbrauch pro Kopf ständig erhöht, aktuell steigt er doppelt so schnell wie die Weltbevölkerung. 121 Liter Wasser verbraucht heute durchschnittlich eine Person in Deutschland pro Tag, mehr als das Achtfache der Großeltern-Generation. Nur der geringste Teil, nämlich knappe fünf Liter, werden für Kochen, Essen und Trinken verwendet. Der größte Teil findet seine Anwendung beim Baden und Duschen (44 Liter), bei der Toilettenspülung (33 Liter) sowie für Waschen und Spülen (30 Liter). [1]

Doch damit nicht genug: Auch das restliche Wasser ist vor Verunreinigung nicht geschützt. Gifte, Düngemittel, Müll und andere Chemikalien gelangen in das Trinkwasser und in Flüsse und Seen. Trinkwasser muss heute durch komplexe Filtermechanismen und Zusatz von Reinigungschemikalien aufwendig gereinigt werden muss, um wieder zu Verfügung zu stehen. Die schädlichen Substanzen in Flüssen und Seen gelangen ins Meer und verbleiben dort. Über die Nahrung nehmen wir sie wieder auf.

Wie können wir das verhindern?

Die düsteren Szenarien können nur verhindert werden, wenn sich an der Haltung der Menschen zum Wasser etwas ändert. Mit Wasserarmaturen und Haushaltsgeräten, die Wasser sparen, könnte der Pro-Kopf-Verbrauch halbiert werden. Wasserrecycling-Konzepte in der Industrie könnten den Wasserverbrauch an Brauchwasser in der Industrie signifikant reduzieren. Auch in der Landwirtschaft sind hohe Potentiale: Unterirdische und pflanzennahe Bewässerung kann viel Wasser sparen und biologische Dünger würden das Grundwasser nicht in der Form belasten. Die technischen Mittel zur Umsetzung solcher Ideen wären vorhanden.

Fazit

Ohne Wasser kann Leben nicht existieren – es ist die Quelle und der Ursprung und begleitet uns von der Entstehung bis zum Tod. Die wertvolle Ressource wird jedoch immer knapper und ist dazu noch ungleich auf der Welt verteilt. So hat ein Viertel der Weltbevölkerung keinen Zugang zu sauberem Wasser. Jeder Mensch kann seinen Beitrag leisten, um daran etwas zu ändern und eine zukünftige Wasserkatastrophe zu hindern.

Wenn jeder den Weltwassertag zum Anlass nimmt, den persönlichen Umgang mit Trinkwasser zu hinterfragen, in wassersparende Technologien zu investieren und im Alltag mit der wertvollen Ressource achtsam umzugehen, kann das Steuer herumgerissen werden. Ohne eine Änderung des Bewusstseins und eine Veränderung im Umgang mit Wasser sind jedoch zukünftige Wasserkrisen vorprogrammiert.

 

 

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Quellen:

[1] Analysen- und Labortechnik, Schlüssel zur Sicherheit von Trinkwasser und anderen Lebensmitteln, Spectaris / Messe München, Berlin/München, 2020
[2] https://www.unesco.de/newsletter/2580/weltwasserbericht-2019-grosse-ungleichheiten-beim-zugang-zu-wasser-sperrfrist-19
[3] https://www.bmu.de/themen/wasser-abfall-boden/binnengewaesser/gewaesserschutzpolitik/international/weltwassertag-am-22-maerz-2021/
[4] https://www.bmz.de/de/themen/2030_agenda/
[5] Aktuelle Weltbevölkerung auf countrymeters.info, Abgerufen am 14. Mai 2020.
[6] Population Division of the Department of Economic and Social Affairs of the United Nations Secretariat (Hrsg.): World Population Prospects. The 2010 Revision. World Population change per year (thousands) Medium variant 1950-2050. 2012.

Informationen für die Infografik: 
Berliner Wasserbetriebe, www.bwb.de, 2021
Fitness Magnet, www.fitnessmagnet.com, 2021
Aquaalpina, www.aquaalpina.at, 2021
UNICEF, www.unicef.de, 2021
Baulinks, www.baulinks.de, 2021
BMU, www.bmu.de, 2021