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Umweltschutz auf der Weide – Algen reduzieren Methan-Ausstoß

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Mehr als 300 Liter klimaschädliches Methan – so viel stößt ein einziges Rind pro Tag aus. Wie hoch der Methangas-Anteil jeweils genau ist, hängt unter anderem von der Art des Futters ab. Tatsächlich stellt eine solch große Menge Methan, die bei der Verdauung von Pflanzennahrung gebildet wird, eine erhebliche Belastung für die Umwelt dar. Jüngst haben Forscher herausgefunden, dass das Zufüttern von Rotalgen die „verdauungsspezifische Methangas-Emission“ bei Rindern um bis zu einem Fünftel drosseln kann. Nach wie vor bleiben jedoch Fragen offen.

Anstieg des CO2-Ausstoßes durch Massentierhaltung dämpfen – mit Rotalgen?

Verglichen mit dem schädlichen Kohlendioxid (CO2) ist Methangas um ein Vielfaches gefährlicher. Weil die Massentierhaltung weltweit exorbitant zunimmt, haben die Methan-Werte aktuell ein neues Rekordhoch erreicht. Umweltschützer und Forscher sind alarmiert und arbeiten seit Jahren mit Hochdruck an Lösungen. Je höher der Anteil an cellulosehaltigem Gras oder Heu im Tierfutter, desto mehr Methan stoßen die Wiederkäuer im Zuge des Verdauungsprozesses aus. Spezielle Zusatzstoffe auf pflanzlicher Basis können die Methanbildung hingegen ein wenig reduzieren. Hierbei spielt die Rotalge (Asparagopsis taxiformis) eine wesentliche Rolle.

Mehr Rotalgen, weniger Methan

Aktuelle Untersuchungen haben ergeben, dass die Gabe von Rotalgen im Rahmen der täglichen Fütterung den Ausstoß von Methan um fast 80 Prozent senken kann. Wird der Pflanzenstoff zusätzlich zu den üblichen Futtermischungen, bestehend aus Getreide, Heu und Mais verabreicht, sondern Schafe, Stiere, Ziegen und Rinder nachweislich deutlich weniger Luft und Ausscheidungen ab. Gleichzeitig fanden die Forscher heraus, dass auch die Zusammensetzung der Futtermischungen maßgeblich dazu beitragen kann, den Methanausstoß zu reduzieren. Eine heuarme Fütterung geht beispielsweise mit einer um bis zu 80 Prozent reduzierten Methanmenge einher.

Die Qualität wird nicht beeinträchtigt

Die mit Rotalgen gefütterten Jungtiere wuchsen allesamt normal und zeichneten sich durch einen exzellenten Gesundheitszustand aus. Auch die Qualität und der Geschmack ihres Fleisches ließen in keiner Weise zu wünschen übrig. In den Tests war es sogar möglich aufzuzeigen, dass die Tiere theoretisch sogar ein weniger gehaltvolles Futter bekommen könnten. Mit dem Zusatz der Algen ist es dementsprechend denkbar, die Kosten für die Versorgung der Rinder und Schafe insgesamt zu senken und die Fleischproduktion zu erhöhen.

Rinder und Co. im „Feldversuch“

Grundsätzlich ist es nach Meinung von Experten für die Tiere von Vorteil, wenn der Stickstoff und die Energie nicht in Form von Ausscheidungen abgegeben, sondern von den Lebewesen selbst genutzt werden können. Daher befassen sich gegenwärtig etliche Forscherteams damit, weitere Algensorten zu finden, die dazu beitragen können, den Methanausstoß zu senken und das Wohl der Tiere zu verbessern.

Das Tierwohl stets im Fokus

Wissenschaftler vom CSIRO Oceans and Atmosphere in Canberra konnten beweisen, dass Methan für sage und schreibe 23 Prozent der globalen Erwärmung bedingt durch Treibhausgase verantwortlich ist. Darüber hinaus stellten sie fest, dass Methan – hochgerechnet auf einen Zeitraum von 20 Jahren – eine um bis zu 86 Mal stärkere Wirkung als CO2 hat. Zweifelsohne ist die weltweite Zucht von Rindern, Schafen und Ziegen eine der Hauptursachen für die Entstehung des umweltschädlichen Gases.

Über viele Jahre hinweg befassten sich Wissenschaftler mit der Reduzierung des Methangas-Ausstoßes bei Wiederkäuern. So ist es auf den ersten Blick sehr überraschend, dass es allein mit einem pflanzlichen Stoff, der Rotalge, gelingen kann, dieses Ziel zu erreichen. Die entsprechenden Studien sind allerdings noch nicht vollends abgeschlossen. Die Untersuchungen dauern an.

Das Verdauungssystem von Rindern, Kühen, Stieren, Ziegen und Schafen ist ein hochkomplexes Gebilde. Auch die einzelnen Abläufe im Zuge der Verdauung sind kompliziert. Zahlreiche Forscher vertreten daher die Ansicht, dass es weit mehr bräuchte als Rotalgen, um die Zielsetzungen tatsächlich zu erreichen. Mit Blick auf die diffizilen Verdauungsabläufe könne es daher nicht sein, dass einzig die Zugabe von Rotalgen ausreicht, um die hochgesteckten Ziele zu erreichen. Manchmal verbergen sich die vielversprechendsten Chancen und Möglichkeiten in den Details, die zunächst übersehen wurden.

Video: Wie wir mit Rotalgen den Methan-Ausstoß von Kühen verringern können

In einer neuen Episode unserer Klima-Reihe hat sich unser Moderator Vincent mit dem Thema Methan-Ausstoß von Kühen befasst und geht genauer auf die jüngsten Forschungserkenntnisse zur möglichen „Rotalgen-Lösung“ ein. Klingt spannend? Sehen Sie selbst …

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