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Sicher, schnell, unkompliziert – Testen gegen die Pandemie

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Der Sars CoV-2 Virus hält die Welt in Atem. Nach der ersten und zweiten Welle steht im Frühjahr 2021 die dritte Welle an, angetrieben von Virusmutationen wie der Variante B.1.1.7. Ein immer wichtigeres Mittel zur Pandemiebekämpfung sind Tests, die frühzeitig Infektionen erkennen und daher verhindern, dass Viren weitergetragen werden. Wir haben Ihnen die wichtigsten Informationen zur deutschen Teststrategie zusammengestellt.

PCR – Hohe Sensitivität und hohe Genauigkeit

Bis vor wenigen Wochen war der PCR-Test (engl. Polymerase-Chain-Reaction) der Standard-Test, um Infektionen mit dem Corona-Virus nachzuweisen. Der Test ist der Goldstandard unter den Nachweismethoden für genetisches Material. Durch Vervielfältigung des Viren-Erbgutes können auch sehr geringe Mengen an Viren-RNA oder -DNA nachgewiesen werden. Dies macht dieses Verfahren zu einer der sensitivsten Testmethoden.

Nachteilig ist jedoch, dass das technische Vorgehen komplex ist und von entsprechend erfahrenem Personal und in Laboren mit dem dafür geeigneten Equipment durchgeführt werden muss. Eine weitere Schwierigkeit ist die lange Durchführungsdauer, die notwendig ist, um das vorhandene Erbmaterial entsprechend zu vervielfältigen. Hier werden nach und nach automatisierte Lösungen zur Verfügung gestellt, welche die bisher überwiegend im Forschungsbereich eingesetzte Methode in eine Routinemessung überführen. Trotzdem sind lange Wartezeiten aufgrund von hohem Probeaufkommen heute immer noch die Regel.

Antigen-Schnelltest – Die unkomplizierte Alternative

Die Nationale Teststrategie der Bundesregierung hat das Testen auf den Sars-Cov-2-Virus am 03. März 2021 in das Zentrum der weiteren Maßnahmen gestellt. Da PCR-Tests zwar hochsensitiv und zuverlässig sind, jedoch das verstärkte Probenaufkommen nicht abbilden können, sind Schnelltests auf Antigen-Basis eine gute Alternative.

Das Prinzip der Antigen-Schnelltest ähnelt dem von Schwangerschaftstest. Hierbei sind in den Teststreifen reagierende Moleküle eingebracht, die die Farbe wechseln, sobald sie mit spezifischen Eiweißbestandteilen des Virus in Verbindung kommen. Damit diese Reaktion stattfinden kann, muss eine ausreichend große Menge an Viren vorliegen. Da diese Menge im Verlauf einer Infektion nicht konstant ist, kann das Ergebnis eines Schnelltest nur eine Momentaufnahme darstellen. Dem daher etwas unsicheren Ergebnis steht jedoch der Vorteil entgegen, dass die Anwendung unkompliziert ist und in 15-30 Minuten ein Ergebnis vorliegt.

Eine große Frage ist jedoch die Probennahme, d. h. wie wird sichergestellt, dass auch ausreichend Virusmaterial aus dem Nasen- oder Rachenraum entnommen wurde. Eine unsachgemäße Anwendung kann zu falschen Ergebnissen führen. Daher unterscheidet auch die Regierung zwischen

  • Schnelltests in professionellen Testzentren, bei welchen die Probe von erfahrenem Fachpersonal genommen wird
  • Schnelltests zur Selbstanwendung (Selbsttests), die ungeschulte Personen zuhause durchführen können und die freiverkäuflich erhältlich sind

Schnelltest ist nicht gleich Selbsttest

Die professionellen Schnelltests sind Teil der Nationalen Teststrategie. Sie werden verstärkt in Alten- und Pflegeheimen, in Kliniken und in Schulen verwendet. Die Tests werden dort von geschultem Personal durchgeführt, für die Getesteten entstehen keine Kosten. Ab dem 08. März 2021 wird zudem allen BürgerInnen mindestens ein kostenloser Schnelltest pro Woche angeboten, der in Testzentren oder bei Hausärzten durchgeführt werden kann.

Selbsttest sind freiverkäuflich, sie sind jedoch nicht Teil der Nationalen Teststrategie und werden nach aktuellem Stand nicht von Bund oder Ländern subventioniert. Für die Kosten eines Selbsttest muss daher jeder Verbraucher selbst aufkommen. Zur Erhöhung der Sicherheit von Selbsttest wird verstärkt an neuen Methoden der Probenahme gearbeitet, die neben dem Nasen- oder Rachenabstrich auch Spucken oder Gurgeln vorsehen.

Sowohl professionelle Schnelltests als auch Selbsttests wurden bereits vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen. Die Liste der zugelassenen Tests wird laufend erweitert und neue Testmethoden werden sukzessive zugefügt.

Innovative Entwicklung – Der Schnelltests auf PCR-Basis

Die hohe Notwendigkeit schneller und zuverlässiger Tests führt zu innovativen Entwicklungen und Lösungen. So hat eine Kooperation des Leipziger Max-Planck-Instituts mit dem Klinikum St. Georg einen neuen Test hervorgebracht, der die Zuverlässigkeit und Sensitivität des PCR-Tests mit der Schnelligkeit der Schnelltest verbinden soll: der Gurgel-Schnelltests auf PCR-Basis.

Die Probenahme erfolgt hier durch Gurgeln. Laut Herrn Dr. Borte, Chefarzt für Labormedizin des St. Georg Klinikums, wird so sichergestellt, dass auch Viren von der hinteren Rachenwand abgespült werden – anders als bei Speicheltests, bei denen die Flüssigkeit überwiegend im vorderen Mundraum entsteht. Um eine vergleichbare Konzentration sicherzustellen, ist die Menge an Gurgellösung vorgegeben. Die gegurgelte Lösung wird im Anschluss mit einem roten Reagenz vermischt. Sollten Viren in der Gurgellösung vorliegen, verfärbt sich das Reagenz langsam von Rot zu Gelb. Je mehr Viren um so gelber. Eine Handy-App hilft bei der Bewertung des Farbtons.

Erste Probeläufe in einem Leipziger Pflegeheim verliefen erfolgreich und wiesen die praktische Durchführbarkeit unter realen Bedingungen nach. Das Echo war durchweg positiv, sodass zukünftig auch Anwendungen in Schulen und anderen Einrichtungen vorstellbar sind. Trotzdem ist der Tests als Ergänzung zu Standard-PCR-Tests zu sehen. Wie bei allen anderen Schnelltests sollte ein positives Ergebnis immer durch einen Labor-PCR-Test bestätigt werden.

Teststrategien bei den europäischen Nachbarn

Auch in anderen europäischen Ländern gelten umfangreiche Tests als ein wichtiger Baustein der Pandemiebekämpfung. Beispielsweise hat Dänemark als eines der ersten Länder auf Massentests gesetzt. Mobile Teststationen und Drive-In-Testschalter führen dazu, dass sich jeden Tag bis zu 20 von 1000 Dänen testen lassen. Ein Wert, der dem zehn-fachen der in Deutschland durchgeführten Tests entspricht.

Frankreich setzt auf PCR-Tests. Die Kosten für die PCR-Tests werden für alle BürgerInnen von der Regierung übernommen. Der Rückgang in der Anzahl der Toten gibt der Strategie recht. Die Anzahl der Neuinfektionen ist jedoch nach aktuellem Stand immer noch sehr hoch.

Spitzenreiter in Europa bei der Anzahl der Tests ist Österreich. Jeden Tag werden hier 24 von 100 Personen getestet, mehr als in jedem anderen europäischen Flächenland. Kritisiert wird jedoch, dass die Schnelltests teilweise ohne entsprechende Prüfung zugelassen wurden und in der Aussagekraft daher sehr unterschiedlich sind.

Gemeinsame Hoffnungsträger: Impfkampagne und Testerhöhung

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass kein Land ein Patentrezept für die Bekämpfung der Pandemie hat. Deutschland hat lange auf die erfolgreiche Durchführung der Impfkampagne gesetzt. Bis heute steht das Versprechen, dass bis Mitte 2021 allen ein Impfangebot gemacht werden soll. Bis dieses allerdings greift, soll in Deutschland die Anzahl der Testungen deutlich erhöht werden, mehr Menschen ohne Symptome getestet werden und die Hürden für Tests reduziert werden. Einfache und unkomplizierte Tests können so auf absehbare Zeit auch wieder ein gesellschaftliches und soziales Leben ermöglichen.

 

 

 

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