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Erkrankte effektiv behandeln: Aktuelles aus der Entwicklung von Covid-19-Medikamenten

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Innerhalb kürzester Zeit wurden jüngst Impfstoffe gegen das Covid-19-Virus auf den Markt gebracht. So überraschend schnell ihre Entwicklung über die Bühne ging, so lange dauert es im Vergleich dazu, ein wirkungsvolles Arzneimittel zur Behandlung der Corona-Erkrankung zu konzeptionieren. Engagierte Forscher arbeiten mit Feuereifer daran, dem wachsenden Druck der Regierung zu entsprechen und endlich erste Lösungsansätze zu liefern. Tatsächlich scheint ein Licht am Ende des Covid-19-Tunnels in Sicht.

Covid-19: Der Krankheitsverlauf in schweren Fällen

Ein schwerer Verlauf zeigt sich vor allem durch die starke Beeinträchtigung der Atemwege. In der Konsequenz kann es zu einer Pneumonie bzw. Lungenentzündung kommen. Atemnot und sogar ein Sauerstoffmangel im Blut sind die Folge. Im Falle einer Lungenentzündung sammelt sich Flüssigkeit in der Lunge. Dadurch wird das Blut nur noch mäßig mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff versorgt. Häufig werden darüber hinaus sogar die Nieren, das Nervensystem und das Herz in Mitleidenschaft gezogen. Die Therapierung erfolgt unter anderem durch folgende Maßnahmen:

  • Sauerstoffgabe mithilfe von Beatmungsgeräten
  • Antibiotikagabe, um bakterielle und andere Infektionen zu verhindern
  • Medikamente zur Unterstützung des Kreislaufs
  • Entzündungshemmer

Mehr als 4.500 aktive Studien zur Untersuchung von Covid-Wirkstoffen

Um schwere Krankheitsverläufe der Lungeninfektion durch Covid-19 gezielt zu behandeln, bedarf es einer gezielten Medikamentierung, um die Symptome zu mildern. Gegenwärtig laufen mehr als 4.500 wissenschaftliche Studien, in denen über 400 verschiedene Wirkstoffe unter die Lupe genommen werden. Ein Teil davon ist bereits zugelassen, wie zum Beispiel synthetisch hergestellte antiviral wirksame monoklonale Antikörper. Diese sollen unter anderem das Andocken des Covid-19-Virus‘ an die Körperzellen unterbinden.

Das Blut der Personen, die eine Covid-19-Infektion erfolgreich überstanden und dementsprechend eine Immunität gegen das Virus entwickelt haben, weist Antikörper gegen den Erreger auf. Stichwort „Rekonvaleszentenplasma“: Dieses Blutplasma bzw. daraus selektierte Antikörper der Patienten, die gegen Corona immun sind, wird schwer erkrankten Menschen verabreicht. So kann das Virus in ihrem Organismus neutralisiert und das Immunsystem mit Blick auf die Bekämpfung der Infektion unterstützt werden.

Gibt es bereits erste wirksame Medikamente gegen Corona?

Das Bundesforschungsministerium will rund 50 Millionen Euro in die Medikamentenforschung investieren. Renommierten Wissenschaftlern zufolge wird es künftig verschiedene Arten von Arzneimitteln geben. Zum Beispiel:

  • gezielt wirkende Medikamente, die je nach Intensitätsgrad der Erkrankung verabreicht werden
  • entzündungshemmende Substanzen, die in Anlehnung an das jeweilige Krankheitsstadium gegeben werden
  • Antikörper-Präparate zur Stärkung des Immunsystems

Hinweis: Ein „Zaubermittel“ oder ein universell wirksames Produkt gegen Covid-19 wird es laut des Forschungsministeriums wohl niemals geben.

Covid-19: Schwere Krankheitsverläufe lindern – Heilungschancen verbessern

Eines der wichtigsten Ziele im Kampf gegen die Lungenkrankheit ist die Etablierung eines Präparates, mit dem schwerere Covid-19-Verläufe gemildert werden sollen. Diesbezüglich rückt der Wirkstoff Budesonid in den Fokus der Wissenschaftler. Er ist Bestandteil eines sogenannten Cortison-Sprays, das wie ein Asthma-Präparat inhaliert werden kann. Der lindernde Effekt tritt schnell ein, sodass dem behandelten Patienten unnötige weitere Belastungen erspart bleiben.

Arzneimittel-Forschung: Fortschritte in den USA, Verzögerungen in Europa

Wirkstoffe mit entzündungshemmenden Eigenschaften, wie zum Beispiel Dexamethason, sind vor allem für jene Patienten von Relevanz, die aufgrund des fortgeschrittenen Krankheitsverlaufs mit schweren Symptomen zu kämpfen haben. So ist man sich einig, dass das Dexamethason eine überschießende Reaktion des Immunsystems abdämpfen soll. Ein Aspekt, der im weiteren Verlauf einer Covid-Infektion besonders häufig festgestellt wird.

Im Rahmen der Medikamentenforschung fallen vermehrt Begriffe wie Imdevimab und Casirivimab. Es handelt sich dabei um spezifisch wirkende Antikörper-Präparate, die das Risiko einer symptomatischen Covid-19-Erkrankung erheblich reduzieren sollen. In den USA laufen die entsprechenden Forschungen auf Hochtouren. Die Wirkstoffkombination ist in vielen US-amerikanischen Bundesländern bereits als sogenanntes Notfallmedikament zugelassen. In Europa gehen die diesbezüglichen Untersuchungen jedoch ausgesprochen zögerlich über die Bühne.

Covid-19: Wirkstoffe auf dem Prüfstand

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) nimmt sich viel Zeit, um alle Details zu den Wirkstoffen Casirivimab und Imdevimab explizit in Augenschein zu nehmen. Dahingegen sind Antikörper-Medikamente wie REGN-COV2 oder Bamlanivimab hierzulande schon seit einigen Monaten in Verwendung. Sie kommen jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen zum Einsatz. Aussagekräftige abschließende Resultate liegen noch immer nicht vollständig vor.

Prävention ist die beste Vorgehensweise

Statt die zum Teil äußerst schwerwiegenden Verläufe einer Covid-19-Infektionskrankheit mühsam zu behandeln, wollen Forscher versuchen, einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Erreger vorzubeugen. Dies soll nicht nur durch gezieltes Impfen bewerkstelligt werden, sondern auch durch die individuelle Stärkung des Immunsystems: Ruhe und Schlaf sowie eine ausgewogene Ernährungsweise tragen maßgeblich zur Unterstützung des Immunsystems bei. Dadurch können etwaige Erkrankungen mit dem gefürchteten Virus deutlich gemildert werden. Auch mögliche Folgebeschwerden bleiben somit entweder aus oder verlaufen weniger schwer.

Bleibt zu hoffen, dass die europaweite Bürokratie nicht auch in Zukunft dazu beiträgt, die bemerkenswerten Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung immer wieder hinauszuzögern. Angesichts der nach wie vor extrem brisanten Lage weltweit ist dringender Handlungsbedarf erforderlich.

Video: Covid-19-Medikamente | Gibt es ein Wundermittel? | Corona-Spezial

Auch unser medsolutTV-Moderator Vincent Schneider hat sich mit dem Thema „Corona-Medikamente“ auseinandergesetzt. Wie ist der aktuelle Forschungsstand? Und wird es bald Medikamente geben, die wir neben der Schutzimpfung zur Behandlung von Corona einsetzen können? Diese und weitere Fragen beantworten wir in unserem neuen Corona-Spezial:

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