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Entzündungshemmende Eigenschaft bei Resveratrol entdeckt

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Resveratrol ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der unter anderem in Brombeeren, Himbeeren, Blaubeeren, roten Beeren und Weintrauben vorkommt. Als Bestandteil zahlreicher Nahrungsergänzungsprodukte spielt Resveratrol heute eine wesentliche Rolle. Nun haben Forscher herausgefunden, dass der Bitterstoff Resveratrol möglicherweise entzündungshemmend wirkt. 

Der Entzündungshemmer Resveratrol 

Resveratrol gehört zur Gruppe der Phytoöstrogene. Dies sind sekundäre Pflanzenstoffe, deren chemische Zusammensetzung der Struktur menschlicher Hormone stark ähnelt. Daher wirken sie wie „echte“ Hormone, weisen jedoch einen deutlich milderen Charakter auf. 

Zahlreiche Pflanzen nutzen Resveratrol, um sich vor Parasiten, Mehltau oder auch vor Pilzinfektionen zu schützen. Für den menschlichen Organismus ist der sekundäre Pflanzenstoff Resveratrol ebenfalls von unschätzbarer Bedeutung. Vor allem mit Blick auf seine antimikrobiellen, antioxidativen bzw. zellschützenden und schmerzlindernden Eigenschaften. Man weiß außerdem, dass Resveratrol die Neubildung und Ausbreitung von Gewebe unterbinden kann. Diesbezüglich ist von einem antineoplastischen, antianiogenen und antiproliferativen Effekt die Rede. Ein Aspekt, der in der Endometriose-Therapie sowie auf dem Gebiet der Krebsprävention eine Rolle spielt. 

Erst kürzlich rückten die entzündungshemmenden Eigenschaften des Resveratrols in den Fokus. So fanden Forscher des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Instituts für Physiologische Chemie der Universität Wien heraus, dass diesbezüglich in erster Linie der Bitterrezeptor TAS2R50 von Belang ist. 

Zum Hintergrund: 

Im Allgemeinen wirken sich bittere Lebensmittelstoffe direkt auf den Geschmack des Nahrungsmittels aus, in dem sie enthalten sind. Aus medizinischer Sicht sind die physiologischen Effekte deutlich interessanter. Resveratrol reduziert die Entfaltung sogenannter Signalstoffe, welche an Entzündungsprozessen im Körper beteiligt sind. Das fanden Forscher im Rahmen klinischer Tests an Patienten mit Stoffwechsel-Erkrankungen heraus. Noch ist man sich allerdings uneins, ob dabei auch die Resveratrol-eigenen Bitterrezeptoren von Bedeutung sein könnten. 

Noch besteht weiterer Forschungsbedarf 

Aktuelle Studien belegen, dass Resveratrol die Anzahl der Entzündungsmarker um bis zu achtzig Prozent senken kann. Bei der zusätzlichen Verabreichung der Substanz Homoeriodictyol konnte der entzündungshemmende Effekt sogar noch verstärkt werdenHomoeriodictyol ist bekannt als ein natürlicher Stoff, welcher nachweislich den bitteren Geschmack von Lebensmitteln reduziert. Der dafür verantwortliche Rezeptortyp nimmt einen besonderen Stellenwert ein mit Blick auf die entzündungshemmende Wirkung von Resveratrol. 

Die Wirkungsweisen von Resveratrol auf den Punkt gebracht: 

  • Resveratrol lindert Schmerzen, 
  • wirkt entzündungshemmend,
  • kann den Östrogenspiegel senken, 
  • reduziert das Wachstum von Endometrioseherden.

Auf den neu gewonnenen Forschungsergebnissen möchte die Wissenschaft weiter aufbauen. So möchte man schon in Kürze mehr wissen über die molekularen Wechselwirkungen zwischen Bitterrezeptoren und bitter schmeckenden Nahrungsmittelinhaltsstoffen. Denn dies kann einen spezifischen Effekt auf unterschiedliche Immunreaktionen haben. 

Um die reduzierte Freisetzung von Entzündungsmarkern durch Resveratrol näher in Augenschein zu nehmen, führten Forscher unter anderem Zahnfleischbiopsien durch. Die im Zuge dessen entnommenen Zellen verfügen über aktive Bitterrezeptor-Gene und zeichnen sich außerdem durch ihre Immunkompetenz aus. Kommen diese Zellen mit den Oberflächen-Antigenen der Bakterien in Berührung, die die Entstehung von Zahnfleischentzündungen verursachen, setzen sie unmittelbar den Entzündungsmarker Interleukin-6 frei. Und das sogar in großen Mengen. Sobald in den Studien Resveratrol zur Anwendung kam, wurde der Interleukin-6-Anteil innerhalb kürzester Zeit drastisch reduziert. Zusätzliche Experimente in Kombination mit computerbasierten Struktur-Funktions-Analysen untermauerten die Erkenntnis, dass Resveratrol Entzündungsherde im Körper verringern kann. 

Trans-Resveratrol wird seit etlichen Jahren synthetisch hergestellt und in vielen Nahrungsergänzungspräparaten verarbeitet. Die Höchstmenge, die ein Erwachsener täglich zu sich nehmen sollte, liegt bei rund 150 Milligramm. Bei einer Überdosierung kann es zu empfindlichen Beeinträchtigungen des Magen-Darmtraktes bzw. zu schweren Durchfällen und Erbrechen kommen.  

Hinweis:

Resveratrol ist auch in Rotwein enthalten. Aus Marketinggründen wird der „rote Rebensaft“ mitunter gar als gesundheitsfördernd angeboten. Ein Trugschluss, denn der enthaltene Alkohol wirkt zellschädigend. Wenn Sie dennoch natürliches Resveratrol zu sich nehmen möchten, um etwas für Ihre Gesundheit zu tun, empfiehlt sich der Genuss frischer Weintrauben. 

Grundsätzlich bleibt abzuwarten, welche weiteren Forschungsergebnisse in Zukunft hinsichtlich der entzündungshemmenden Wirkung von Resveratrol erzielt werden können. In jedem Fall wird Resveratrol in den unterschiedlichsten Bereichen an Bedeutung gewinnen.

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