Shopping Cart
Vorsicht beim Gebrauch von Quecksilberthermometern

Quecksilberthermometer: der richtige Umgang

| von Julia

In Quecksilberthermometern wird mit Ausdehnung des Füllstoffes gearbeitet, um eine Außen- oder Körpertemperatur genau zu bestimmen. Inzwischen kommen diese Thermometer aber nur noch sehr selten vor – das liegt vor allem an der hohen Gesundheitsgefahr. Worum es sich bei einem Quecksilberthermometer handelt, wie es funktioniert und worauf Sie bei einer Beschädigung und Entsorgung achten sollten, haben wir Ihnen in diesem Blog kurz zusammengefasst.

Was ist ein Quecksilberthermometer?

Ist von einem Quecksilberthermometer die Rede, so handelt es sich um ein Ausdehnungsthermometer mit einer Füllung aus Quecksilber. Obwohl diese Bezeichnung häufig verwendet wird, besitzen die meisten Thermometer inzwischen einen anderen Füllstoff wie Toluol, Pentan, Ethanol und Gallistan. Das Messgerät besteht aus einem dünnen Glasrohr und einer Sammelstelle für das Quecksilber. Hinzu kommen Nummern auf dem Glas, die die Temperaturwerte markieren.

Obwohl bei Glas- und Flüssigkeitsthermometern noch von Quecksilber gesprochen wird, dürfen entsprechende Messgeräte seit 2017 in der EU nicht mehr vertrieben werden. Das liegt an den stark gesundheitsgefährdenden Eigenschaften von Quecksilber. Dieser Stoff ist extrem giftig und kann bei einer Beschädigung des Glases austreten – bei Kontakt drohen dann Organ- und Nervenschäden.

Traditionell wurde das Quecksilberthermometer für die Messung von Außentemperaturen und Körpertemperaturen verwendet. Nicht zuletzt deswegen sieht man manche Vertreter an alten Hausfassaden oder in medizinischen Fotodokumentationen. Auch im allgemeinen Sprachgebrauch ist dieser Begriff noch oft zu finden, obwohl digitale und Infrarot-Thermometer heutzutage deutlich weiterverbreitet sind.

Wie funktioniert ein Thermometer mit Quecksilber?

Quecksilberthermometer funktionieren nach dem einfachen Prinzip der Ausdehnung: Wird das Füllmaterial durch die Umgebung erwärmt, dehnt es sich aus und steigt im Glasröhrchen auf. Die darauf markierte Skala ist exakt auf die physikalischen Werte von Quecksilber und den Rohrdurchmesser des Glases abgestimmt, sodass die Temperatur einfach abgelesen werden kann. Kühlt die Füllung ab, sinkt auch der Pegel.

  • Außenthermometer: Ein Außenthermometer aus Quecksilber wird in einem geschützten Bereich positioniert, sodass es keiner direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt ist. Das Quecksilber im Inneren des Geräts passt sich der Umgebungstemperatur an und bildet somit Schwankungen und Ist-Werte jederzeit ab.

  • Fieberthermometer: Soll ein Fieberthermometer aus Quecksilber angewandt werden, wird zu einer Ausführung mit einer stiftförmigen Glassonde gegriffen. Der untere Bereich verfügt über eine kleine Verdickung, die unter die Zunge oder in die Achsel geschoben wird. An dieser Stelle des Thermometers befindet sich die Füllung, die sich nun unter Hitze ausdehnt und im Glasrohr ansteigt. Quicksilberthermometer für die Fiebermessung werden mit einer angepassten Skala zwischen 35°C und 42°C ausgestattet.

Fieberthermometer mit Quecksilber: Anwendung richtig gemacht!

Die Verwendung eines klassischen Quecksilberthermometers funktioniert ganz einfach: Reinigen Sie bei einer körpernahen Temperaturmessung zuerst die Glühlampe und desinfizieren Sie diesen Bereich. Schütteln Sie das Messgerät danach kurz und platzieren Sie die Glühlampe in Ihrer Achsel oder unter Ihrer Zunge. Die eigentliche Messung dauert etwa fünf Minuten. Das gibt dem Füllstoff genügend Zeit, sich zum entsprechenden Wert auf der Skala auszudehnen.

Achten Sie darauf, das Thermometer während der Temperaturmessung möglichst stabil an einer Stelle zu halten. Nach der Messung sollte das Quecksilberthermometer erneut kurz geschüttelt werden, um es zu senken. Diese Vorgehensweise ist nicht nur für diesen speziellen Füllstoff, sondern auch für Ausdehnungsthermometer mit anderen Stoffen geeignet.

Vor- und Nachteile eines Quecksilberthermometers

Da der Einsatz von Quecksilber mit gesundheitlichen Gefahren verbunden ist, sollten Sie die Verwendung eines solchen Messgeräts gut abwägen. Sowohl für Außenthermometer als auch für Fieberthermometer mit Quecksilber lassen sich einige Vor- und Nachteile nennen, deren Berücksichtigung sich lohnt.

Außenthermometer mit Quecksilber

Zu den Vorteilen von Außenthermometern mit Quecksilber als Füllung gehört, dass es sich um ein recht einfaches und günstiges System handelt (das inzwischen allerdings nicht mehr neu gekauft werden kann). So entstehen weder Strom- noch Wartungskosten durch elektrische Komponenten. Auch ist die Haltbarkeit hoch, sodass diese Thermometer viele Jahre problemlos überdauern.

Allerdings wirken sich Witterung, Wind und Regen im Laufe der Zeit auf das Material aus, was zu einem Zerbrechen des Außenthermometers führen kann. Hinzu kommen mögliche Schäden durch die Montage und Demontage. Insbesondere ältere Ausdehnungsthermometer können schnell zerbrochen werden – und dann treten die giftigen Dämpfe des Quecksilbers aus.

Fieberthermometer mit Quecksilber

Im Bereich der körpernahen Einsätze – etwa dem Messen der Körpertemperatur – sollten Quecksilberthermometer nicht mehr verwendet werden. Obwohl auch hier einige Vorteile genannt werden können (wie die genaue Temperaturbestimmung, der eher günstige Anschaffungspreis und die einfache Handhabung) überwiegt der Fakt, dass beschädigte Thermometer extreme gesundheitliche Schäden verursachen können.

Wird das Quecksilberthermometer beispielsweise unter der Zunge verwendet, gerät ausgelaufenes Füllmaterial direkt in den Körper und kann zu Nerven- und Organschäden führen. Auch ein tödlicher Ausgang dieser Situation ist möglich. Verzichten Sie aufgrund dieses schwerwiegenden Nachteils am besten auf Quecksilber und entscheiden Sie sich stattdessen für ein genauso wirkungsvolles Messgerät mit einer anderen Füllung.

Quecksilberthermometer kaputt: Was tun?

Kommt es tatsächlich zu einer Beschädigung des Quecksilberthermometers, müssen auf einige wichtige Aspekte bei der Handhabung geachtet werden. Seien Sie sich bewusst, wie gefährlich Quecksilber sein kann – weshalb dieses Ereignis mit höchster Vorsicht angegangen werden sollte. Die folgenden Maßnahmen und Möglichkeiten können dabei behilflich sein.

Quecksilberthermometer zerbrochen – Wie giftig ist das?

Quecksilber ist für Menschen und Tiere giftig, was insbesondere für die Dämpfe dieses Metalls gilt. Das Quecksilber kann sich im Organismus als Methylquecksilber anreichern und Nerven- sowie Nierenschäden verursachen. Das Schwermetall schadet aber nicht nur der Gesundheit, sondern hat auch einen negativen Effekt auf die Umwelt. Beim Transport muss beispielsweise darauf geachtet werden, die gesetzlichen Regelungen der Gefahrgutklasse 6 und Gefahrgutklasse 8 einzuhalten.

Quecksilber aus dem zerbrochenen Thermometer richtig entfernen

Ist das Thermometer zerbrochen, wird eine persönliche Schutzkleidung im Regelfall noch nicht notwendig. Denken Sie aber daran, dieses Metall niemals mit den bloßen Fingern zu berühren oder anderweitig in einen direkten Kontakt zu treten. Vertrauen Sie stattdessen auf einen Pinsel, eine Pipette oder auf Mercurisorb:

  • Mit Pinsel aufsammeln: Quecksilber befindet sich in kleinen Kügelchen im Thermometer, die auf einer glatten Fläche am besten aufgefegt oder mit einem Pinsel aufgenommen werden können. Fegen Sie das Füllmaterial auf ein Blatt Papier und kippen Sie es damit in ein Sammelgefäß. Dafür kommen beispielsweise Plastiktüten oder Einmachgläser infrage. Quecksilber bleibt an den Borsten des Pinsels tatsächlich nicht kleben“, sodass Sie ihn danach weiterverwenden können.

  • Pipettieren: Alternativ kann das Quecksilber mit einer Pipette aufgenommen und in einen Auffangbehälter verfrachtet werden. Wer keine Pipette zur Hand hat, kann auch eine Plastikflasche nach dem gleichen Prinzip anwenden. Drücken Sie die Flasche zusammen und erzeugen Sie einen Unterdruck, um die Quecksilberkügelchen „aufzusaugen“.

  • Mit Mercurisorb binden: Eine dritte Möglichkeit ist die Anwendung von Mercurisorb, das in Pulverform angeboten wird und Quecksilber bindet. Allerdings ist dieses Produkt kurzfristig eher schwer zu kaufen und auch recht teuer, weshalb sich diese Variante für den Privathaushalt im Notfall eher weniger lohnt.

Quecksilberthermometer zerbrochen – Wie lange ist Lüften notwendig?

Im Haushalt kann Quecksilber nicht nur im Fieberthermometer, sondern auch in bestimmten Glühlampen vorkommen. Dort gelten die gleichen Sicherheits- und Entsorgungsmaßnahmen bei einem Austritt des Materials. Denken Sie außerdem daran, den Raum nach einem solchen Vorfall zu lüften. Eine halbe Stunde ist dabei das absolute Minimum, besser sind 24 Stunden. Betreten Sie den Raum in dieser Zeit nicht.

Quecksilberthermometer richtig entsorgen

Obwohl Quecksilberthermometer seit einigen Jahren in der EU nicht mehr verkauft werden dürfen, lassen sich Altbestände natürlich noch fachgerecht entsorgen. Wichtig ist, dass Sie diese Messgeräte niemals einfach im Hausmüll wegwerfen – da es sich um ein giftiges Metall handelt, zählt es zum Sondermüll.

Sammeln Sie ausgelaufenes Quecksilber in einem Plastikbeutel oder in einem fest verschlossenen Marmeladenglas und geben Sie es bei einem Wertstoffhof ab. Gleiches gilt auch für intakte Quecksilberthermometer. Alternativ nehmen aber auch Apotheken und einige Drogeriemärkte diesen Sondermüll an.

Fazit: Vorsicht mit Quecksilberthermometern

Quecksilber ist ein gefährliches und giftiges Metall, das in privaten Haushalten am besten gar nicht mehr zu finden sein sollte. Inzwischen ist die Auswahl aus analogen Thermometern groß, die mit anderen und besseren Substanzen ausgestattet sind – bei einer Beschädigung dieser Messgeräte ist das gesundheitliche Risiko deutlich geringer. Sollte es doch zu einem Unfall mit einem Quecksilberthermometer kommen, steht die eigene Sicherheit an oberster Stelle.

Sie haben Fragen zum Thema oder möchten einen Themenvorschlag äußern? Kontaktieren Sie uns gern telefonisch unter +49 30 2096579 00 oder schicken Sie uns eine Mail an [email protected]

Ihnen gefallen unsere Beiträge? Dann besuchen Sie unsere Social Media Channels. So verpassen Sie garantiert keine News mehr!