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So messen Sie Strom mit einem Multimeter

Wie nutzt man das Multimeter zum Strom messen? Anleitung

| von Julia

Multimeter sind mobile Messgeräte, die universell für verschiedene Arten von elektrischen Messungen eingesetzt werden können. Übliche Anwendungsgebiete sind beispielsweise Spannungs-, Widerstands- und Strommessungen. Welche unterschiedlichen Multimeter zum Strom messen eingesetzt werden können und worauf jeweils geachtet werden muss, haben wir Ihnen in diesem Blogbeitrag kompakt zusammengefasst. Auch finden Sie hier eine praktische Multimeter-Anleitung.

Was ist ein Multimeter?

Ist von einem Multimeter die Rede, so handelt es sich um ein universell einsetzbares Messgerät für verschiedene elektrische Größen. Daher stammt übrigens auch der Name: „Multi“ steht ganz einfach dafür, dass unterschiedliche Messungen durchgeführt werden können. Nicht zuletzt deswegen kann es auch in diversen Bereichen eingesetzt werden, die von einer hobbymäßigen Verwendung in der Steckdose bis hin zur Widerstandsbestimmung von Stromkreisen in einem professionellen Umfeld reichen.

Multimeter können sich je nach Hersteller und Modell voneinander unterscheiden, sind aber häufig aufgebaut. So verfügen sie über Buchsen für den Massenanschluss und einen einstellbaren Messbereich, mit dem die Art der Messung vorgegeben wird. Darüber hinaus ist eine Anzeige vorhanden, die ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zwischen analogen und digitalen Multimetern darstellt.

Multimeter analog

Analoge Multimeter besitzen eine sichtbare Skala im Anzeigenbereich, die den Messwert mithilfe eines Zeigerausschlags wiedergibt. Dieser geht nicht immer in die gleiche Richtung, ist zumeist aber von links nach rechts verbaut. Durch diese Skala ergeben sich die Vorteile, dass auch kleinste Änderungen des Messwerts live verfolgt werden können und eine pulsierbare Spannung direkt erkannt werden kann.

Nachteilig kann allerdings sein, dass die Wahrscheinlichkeit für Ablesefehler steigt und auch die Messgenauigkeit durch die Skaleneinteilung eingeschränkt werden kann. Ändert sich der Messbereich, muss dies manuell eingestellt werden. Seitliche Blickwinkelfehler werden inzwischen von den meisten Herstellern durch spiegelnde Flächen ausgeglichen.

Multimeter digital

Dem gegenüber stehen digitale Multimeter, die eine automatische Messung durchführen und den entsprechenden Wert über einen Display anzeigen. Selbst bei einem hohen Eingangsspannbereich sind Ablesefehler sehr unwahrscheinlich und auch eine etwaige Polarität wird direkt erkannt und vom Gerät angepasst. Auch sind diese Modelle deutlich günstiger, weshalb analoge Multimeter nur noch selten gekauft werden.

Stromfluss messen: Multimeter einsetzen

Stromfluss ist nicht gleich Stromfluss – tatsächlich gibt es im elektrischen Bereich eine Reihe von Größen, die mit dem Multimeter erfasst werden können. Dazu zählen auch die drei verschiedenen Arten von Stromfluss: Gleichstrom, Wechselstrom und Mischstrom. Sowohl Volt als auch Ampere lassen sich mit dem Multimeter messen. Hinzu kommen weitere Messwerte, zu denen oftmals die folgenden gehören:

Achtung: Die Einstellung des Messbereichs muss an die zu messende Stromstärke angepasst sein und darf nie kleiner als die zu erwartende Stromstärke sein. Ansonsten kann das Gerät Schaden nehmen.
  • Strom: Ein elektrischer Strom fließt dann, wenn zwei Pole einer Spannungsquelle über einen Verbraucher in leitender Form miteinander verbunden werden. Daher müssen Elektronen in den Stromkreis eingespeist werden. Die Stromhöhe hängt von der Spannungshöhe und dem Widerstand des Verbrauchers ab.

  • Spannung: Als Spannung wird hingegen der Unterschied zwischen dem Elektronenüberschuss am Minuspol und dem Elektronenmangel am Pluspol bezeichnet. Daher gilt die Spannung als Antrieb des elektrischen Stroms. Es gilt: Je höher der Elektronenunterschied ist, desto höher ist auch die Spannung.

  • Widerstand: Widerstände werden mit dem Formelzeichen R markiert und in Ohm angegeben. Sie geben an, wie viel Spannung benötigt wird, um eine bestimmte Ladungsmenge durch einen elektrischen Leiter bewegen zu können. Daher ist der Widerstand vom Durchmesser und der Leitfähigkeit des Leiters abhängig.

  • Kapazität: Mit dem Begriff „Kapazität“ wird beschrieben, wie viel elektrische Energie bei einer gegebenen Spannung gespeichert werden kann. Das kann beispielsweise auf einen Kondensator bezogen werden.

  • Temperatur: Einige digitale Multimeter bieten außerdem die Möglichkeit, die Temperatur mithilfe eines speziellen Fühlers zu bestimmen. Diese Fühler sind zumeist aus Nickel-Chrom-Nickel gefertigt.

  • Frequenz: Wie oft ein Signal pro Sekunde um einen Mittelwert schwingt, kann von vielen Multimetern bei der Frequenzmessung bestimmt werden. Dabei werden immer sowohl positive als auch negative Schwingungen berücksichtigt.

Symbole zur Einstellung des Multimeters

Wichtig ist, dass die Einstellung im Messbereich vor der Messung erfolgen muss. Diese muss zwingend auf die zu messende Stromstärke beim Multimeter angepasst werden und darf auf keinen Fall kleiner als der zu erwartende Wert sein – ansonsten droht eine Beschädigung des Multimeters. Übliche Symbole, die auf dem Gerät zur Einstellung vorhanden sind, sind insbesondere diese:

SymbolBedeutung
V oder zwei Linien, wobei eine gestrichelt istDC (Gleichspannung in Volt)
V oder eine geschwungene LinieAC (Wechselspannung in Volt)
A oder zwei Linien, wobei eine gestrichelt istGleichstrom (in Ampere)
A oder eine geschwungene LinieWechselstrom (in Ampere)
ΩWiderstand (in Ohm)
Pfeil mit Strich vor der SpitzePrüfung der Diode nötig
Punkt mit SchallwellenPrüfung des Durchgangs nötig
Seitliches „T“ und abgerundeter PfeilMessung der Kapazität des Kondensators
HzMessung der Frequenz (in Hertz)

Strom messen mit dem Multimeter: Anleitung

Aber wie lässt sich nun Strom mit dem Multimeter messen? Obwohl es unterschiedliche Modelle gibt, sind die meisten Geräte einfach zu bedienen und helfen durch eine passende Multimeter-Beschriftung sowie verschiedene einstellbare Modi. Wichtig ist, zuerst die Messgröße und den Messbereich optimal einzustellen. Beispielsweise steht A für Ampere und muss ausgewählt werden, wenn etwa die Ampere mit dem Multimeter gemessen werden sollen. Inzwischen gibt es auch einige Geräte, die über einen Auto-Range-Finder verfügen und den Messbereich automatisch bestimmen. Das ist aber nicht der Regelfall, sodass er oftmals manuell eingestellt werden muss. Falls Unsicherheiten bestehen, sollten zuerst größere Werte ausgewählt werden, von denen man sich langsam heruntertasten kann.

Mit dem Multimeter die Stromspannung messen (U)

Zu den üblichen Anwendungsgebieten beim Messen von Strom mit dem Multimeter gehört die Bestimmung einer Spannung. Bei einer Parallelschaltung ist sie an allen Stellen gleich, weshalb das Gerät ganz einfach parallel zur Quelle bzw. zum messenden Objekt geschaltet werden kann. Wählen Sie einen passenden Messbereich in Volt (V) aus und entscheiden Sie sich für einen größeren Wert, falls Unsicherheiten bestehen sollten. Verbinden Sie dann das schwarze Messkabel mit der COM-Buchse und das rote Messkabel mit der V-Buchse, bevor Sie die Prüfspitzen anlegen.

Mit dem Multimeter die Stromstärke messen (I)

Soll hingegen eine Stromstärke gemessen werden, muss das Multimeter zuerst in Reihe geschaltet werden – schließlich handelt es sich hierbei um eine Reihenschaltung und nicht mehr um eine Parallelschaltung. Drehen Sie den Schalter auf A (Ampere) und verbinden Sie die Messkabel auf die gleiche Weise wie zuvor. Danach müssen zwei Messpunkte geschaffen werden, indem der Stromkreis aufgetrennt wird. Dabei muss die Schaltung, die gemessen werden soll, spannungsfrei sein. Nach dem Auftrennen können die Energieversorgung wieder angeschlossen und die Prüfspitzen an die Punkte im Stromkreis gehalten werden. Dafür eignen sich Krokodilklemmen am besten, da sich diese ganz leicht an die gewünschten Drähte klemmen lassen.

Mit dem Multimeter den Widerstand eines Stromkreises messen (R)

Beim Messen den Widerstands eines Stromkreises berechnet das Multimeter den gewünschten Wert R, indem es die Spannung (U) durch die Stromstärke (I) teilt. Dafür wird ein kleiner Messstrom durch den Widerstand geschickt, sodass der Spannungsabfall als Berechnungsgröße herangezogen werden kann. Die Spannungsquelle wird von der Gerätebatterie gestellt. Stellen Sie das Multimeter auf das Ohm-Zeichen (Ω ) ein und verbinden Sie die beiden Messkabel, indem Sie das schwarze Kabel mit der COM-Buchse und das rote Kabel mit der Ohm-Buchse verbinden. Sorgen Sie dann für eine spannungsfreie Schaltung und messen Sie den Widerstand mit den Prüfspitzen zwischen zwei gewählten Punkten.
Tipp: Man muss nicht immer mit dem Multimeter Strom messen. In größeren Anlagen eignet sich eine Stromzange besonders für Leitungen hervorragend.

Tipps für die Strommessung mit dem Multimeter

Damit das Messen von Ampere, Stromverbrauch und Co. optimal gelingt, sollte auf einige wichtige Vorkehrungen im Umgang mit dem Multimeter geachtet werden. So lassen sich Fehler vermeiden – und dies trägt wiederum zu einem richtigen Messergebnis bei und verhindert eine Beschädigung des Geräts:
  • Betriebsanleitung: Als bester Tipp gilt immer, vor der Verwendung einen Blick in die Betriebsanleitung zu werfen. Nicht alle Anleitungen treffen perfekt auf alle Geräte zu, sodass die Herstellerangaben immer im Hinterkopf behalten werden sollten.
  • Buchsen bestimmen: Häufig treten Messfehler (beispielsweise negative Werte) dann auf, wenn die Input- und Output-Buchsen vertauscht wurden. Auch dieser Fehler lässt sich durch eine Kontrolle leicht vermeiden.
  • Messbereich: Wichtig ist, vor der Messung mit dem Multimeter den richtigen Messbereich einzustellen. Ist dieser unbekannt, muss im höchsten Messbereich begonnen und langsam heruntergearbeitet werden.
  • Messspitzen: Zusätzlich gilt, dass sichere Messleitungen nur mit geeigneten Messspitzen verwendet werden dürfen.
  • Größere Anlagen: Multimeter sind nicht die einzigen Messgeräte, die zum Bestimmen von Strom und Spannung eingesetzt werden können. Insbesondere in großen Anlagen lohnt es sich, stattdessen auf Stromzangen zurückzugreifen. Diese ermöglichen eine einfache Messung, da sie berührungslos und potentialfrei arbeiten.

Multimeter zum Strom messen sind sorgfältig zu bedienen

Multimeter zeichnen sich durch viele positive Eigenschaften aus. Dazu gehört, dass sie besonders einfach zu bedienen sind und genaue Messwerte liefern – sofern sie richtig und sorgfältig bedient werden. Deshalb gibt Bedacht im Umgang. Wer sich auf die Messung vorbereitet und einen Blick in die Bedienungsanleitung wirft, um mit dem Multimeter korrekt Strom zu messen, ist auf der sicheren Seite.

FAQ

Wie mit einem Multimeter am besten gemessen wird, hängt von der Art der Messung ab. Für alle Fälle gilt jedoch, dass der Messbereich eingestellt und die Art der Messung ausgewählt werden muss. Außerdem müssen die Messkabel mit den richtigen Buchsen verbunden werden.

Um einen Stromfluss mit dem Multimeter zu messen, muss das schwarze Messkabel mit der COM-Buchse und das rote Messkabel mit der Ampere-Buchse verbunden werden. Danach wird der korrekte Messbereich eingestellt, bevor die Messspitzen an die Stromquelle gehalten werden können.

Die meisten Stromkabel verfügen über einen Außenleiter (braun oder schwarz), einen Schutzleiter (gelb) und einen Neutralleiter (blau oder grau). Strom führt dabei der Außenleiter, der auch als Phase bezeichnet wird. Der Schutzleiter sorgt für die Erdung, während der Neutralleiter den Strom zurück zur Stromquelle führt.

Eine Stromspannung wird gemessen, indem das Multimeter auf Volt eingestellt und ein passender Messbereich ausgewählt wird. Danach werden das schwarze Messkabel mit der COM-Buchse und das rote Messkabel mit der V-Buchse verbunden. Die Prüfspitzen werden an die beiden Punkte gehalten, zwischen denen die Spannung bestimmt werden soll.

Um einen Spannungsabfall zu messen, muss am Multimeter die richtige Messart ausgewählt werden (AC oder DC). Es folgt wieder die Einstellung des Messbereichs. Danach muss die Spannungsmessung parallel zum Verbraucher erfolgen.

Bei der Messung von Wechselstrom besteht der Unterschied darin, dass eine andere Einstellung am Gerät gewählt werden muss. Ansonsten wird das rote Messkabel wieder mit der Ohm-Buchse verbunden und die Messung wie gewohnt durchgeführt.

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