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Mobilität neu denken: mit E-Autos auf dem Weg zum smarten, nachhaltigen Lebensstil

| von Julia
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Deutschland nimmt weiter an Fahrt auf, wenn es um die Elektromobilität geht. So wurden laut dem „Index für Elektromobilität“ der Unternehmensberatung Roland Berger im vergangenen Jahr rund 400.000 Neuzulassungen von Elektroautos verzeichnet. Zum Vergleich: 2019 lag diese Zahl bei 119.000. Wieso es so wichtig ist, dass die Zukunft mehr und mehr auf E-Mobilität setzt und was wir sonst noch über die nachhaltigen Fortbewegungsmittel wissen sollten, erklärt uns Jörg Welke, Projektmanager Innovation bei der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO, die Teil der Wirtschaftsfördergesellschaft Berlin Partner ist. 

"E-Mobilität ist der einzige Weg zur emissionsfreien Fortbewegung" – Unser Interview mit Jörg Welke von der Berliner Agentur für Elektromobilität

Über Jörg Welke

Jörg Welke ist seit 2018 Projektmanager Innovation bei der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO/Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH. Zuvor war er bereits fünf Jahre für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der eMO verantwortlich. Bis 2013 arbeitete er beim Unabhängigen Institut für Umweltfragen e.V. UfU., dem Projekt SPREE2011 sowie von 2003 bis 2006 als Pressereferent der Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs. Von 1995 bis 2002 war er für die On-air-promotion des Fernsehsenders n-tv in Berlin verantwortlich. Jörg Welke hat neuere und neueste Geschichte und Germanistik an der Humboldt Universität zu Berlin sowie Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin (Magister 2000) studiert.

Herr Welke, zunächst einmal ganz herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen und uns einige Fragen zum Thema Elektromobilität beantworten. In unserer ersten Ausgabe zum Thema E-Mobilität möchten wir zunächst den Basics bzw. Hintergründen der neuen, modernen Art des Fahrens auf den Grund gehen.  

Starten wir doch mit der Frage, warum das Thema Elektromobilität vor allem in den vergangenen Jahren so enorm an Relevanz gewonnen hat. Warum konnten wir in den letzten Jahren einen so hohen Zuwachs des Stellenwerts der E-Mobilität verzeichnen?

Jörg Welke: Aspekte wie der Klimaschutz und ein nachhaltiger Lebensstil stehen hier im MittelpunktVerbrennungsmotoren haben ausgedient. Menschen setzen in Ihrem Alltag zunehmend auf Nachhaltigkeit und wählen in vielen Bereichen Alternativen, die unseren Planeten schonen. Wenn es um die Fortbewegung geht, ist die E-Mobilität unserer Meinung nach der einzige Weg zur emissionsfreien Mobilität. Denn für den Antrieb der Fahrzeuge kann auf erneuerbare Energien zurückgegriffen werden – das ist mit Verbrennungsmotoren nicht möglich. 

Auch die Bundesregierung pocht darauf, die Schadstoffemissionen zu senken und fördert verstärkt E-Mobilität ein. Auch viele Städte und Kommunen setzen auf Nachhaltigkeit, wollen emissionsfrei werdenSo hat das Thema in den letzten Jahren einen hohen Stellenwert erlangt – sowohl in Politik als auch in der Gesellschaft.  

Sprechen wir über „emissionsfreies Fahren“: Hier zeichnen sich in einigen Bereichen immer noch Herausforderungen hab. Beispielsweise beim totalen Umstieg auf das „grüne Fahren mit erneuerbaren Energien oder z. B. bei der Herstellung der Batterien. An welchem Stand befinden wir uns derzeit und wo sehen Sie Herausforderungen? 

Jörg Welke: In der Regel müssen öffentlich geförderte Ladestationen mit erneuerbarem Strom versorgt werden. Das ist meist eine Förderbedingung auf Landesebene wie auch bei nationalen und europäischen Förderprogrammen. Darüber hinaus lässt sich festhalten, dass all diejenigen, die schon ein E-Auto fahren oder auch schon seit einigen Jahren Erfahrung mit der Art des Fortbewegens gemacht haben, sicher im Umgang mit der Thematik und der Anwendung sind und allein durch intrinsische Motivation über einen sehr großen Wissenstand verfügen. Ziel ist es natürlich, in Zukunft noch weitaus mehr Menschen zur E-Mobilität zu motivieren. Um auf die genannte Herausforderung hinsichtlich der Herstellung der Batterie einzugehen: Auch hier sind wir auf einem guten Weg. Zwar ist die Herstellung von Batterien sehr energieintensiv, aber die Debatte darum hat dazu geführt, dass sich die Hersteller auch bei der Produktion der Fahrzeuge bemühen, diese CO2-frei zu stellen. Im Übrigen werden auch bei der Herstellung von allen möglichen Verbrauchsgütern schädliche Emissionen frei 

Nun ist die Frage, woher bekommen wir die Energie in Zukunft? Um hier eine Lösung zu finden, müssen wir in die Wertschöpfungsketten eintauchen und evaluieren, an welchem Punkt wir künftig verstärkt auf erneuerbare Energien setzen bzw. den CO2-Ausstoß senken könnenDa dies bei allen anderen Alltagsprodukten nie zuvor gemacht wurde, zählen E-Autos hier als Treiber, um einen Weg zu finden, in Zukunft viel mehr erneuerbare Energien in Produktionsketten zu integrieren. 

Wie sie sagen, hat dieser Blickwinkel den Ausschlag dazu gegeben, mehr über die Förderung nachhaltiger Produktionsketten nachzudenken – nicht nur bei Herstellern selbst, sondern auch in der Regierung. Diese plant die Erreichung der Klimaneutralität im Jahr 2050. In diesem Zusammenhang spielt E-Mobilität eine sehr große Rolle. Was sind die Ziele hinsichtlich Forschung und Realisierung, die in den kommenden Jahren erreicht werden müssten – und auf welchen Wegen soll dies gelingen? 

Jörg Welke:  Die Industrie und Forschung arbeiten mit Hochdruck daran, bestmögliche Recycling-Lösungen zu entwickeln, um am Ende auch hier so klimafreundlich wie möglich zu arbeiten. Dadurch können wir hier schon von einer 90 bis 95-prozentigen Recycling-Quote sprechenSicherlich gibt es hier noch einiges zu tun und selbstverständlich muss an der Produktion der Batterien gearbeitet werden, doch die Entwicklung würde nicht so einen starken Trend nach oben zeigen, wenn wir keine E-Mobilität hätten.  

Gleichzeitig zur Dekarbonisierung des Antriebes müssen wir uns allerdings Gedanken darüber machen, wie wir ein intelligentes System hinbekommen das den Namen Verkehrswende verdient. Denn es ist ja nicht damit getan, den einen Antrieb durch den anderen auszutauschen. Um Städte lebenswert zu machen, brauchen wir die Vernetzung, teilweise Automatisierung und vor allem weniger Autos auf den Straßen. Dazu gehört auch das gemeinsame Nutzen von Fahrzeugen im Sharing. Da ist sicherlich noch ein langer Lernprozess nötig.

Es ist definitiv ein großer Lernprozess. Was denken Sie, müssen wir tun, um die Menschen an dieses Denken und die moderne Art der Fortbewegung zu „gewöhnen“, damit all die neuen Möglichkeiten in Zukunft auch wirklich genutzt werden können bzw. wollen? 

Jörg Welke: Gerade beim Thema Mobilität sind wir Menschen Gewohnheitstiere. Wir wollen möglichst schnell und bequem von A nach B kommen, ohne groß darüber nachzudenken. Routinen zu ändern ist in diesem Bereich sehr schwer. Da brauchen wir attraktive Alternativen, die uns helfen, vom privaten PKW zu lassen.

Vielen Menschen fehlen beispielsweise „ausreichend“ Ladestationen in ihrem Umfeld. Gerade in ländlicheren Gebieten sind diese noch eher spärlich aufgestellt. Dies kann einer der Faktoren sein, warum die betroffenen Personen eher von einem E-Auto Abstand nehmen, als sich eines zuzulegen. Wie sehen Sie das? Inwiefern müssen wir hier noch an der Infrastruktur arbeiten? 

Jörg Welke: Dies ist ein sehr wichtiger Punkt, an dem bereits gearbeitet wird. Die EU Komission empfiehlt eine Quote von einem Ladepunkt pro zehn Elektroautos. Eine Quote, die in Großstädten wie Berlin bereits erfüllt wird. Ich weiß, dass viele Menschen, die (noch) kein E-Auto haben, den Eindruck erhalten haben, dass es zu wenig dieser Stationen gibt. Das ist subjektiv sicherlich auch häufig so, deswegen müssen wir daran weiter arbeiten.

Wir benötigen mehr Stationen und eine bessere Infrastruktur. Zudem geht es nicht nur darum, Stationen in jeder Straße und Ecke der Stadt aufzustellen, sondern darum zum Beispiel Ladeparkplätze zu schaffen oder die Stationen an zentralen Punkten wie Supermärkten, Tankstellen oder auf privaten Firmenparkplätzen etc. aufzubauen. 85 Prozent der Ladevorgänge finden zu Hause oder am Arbeitsplatz statt. Die Infrastruktur sollte jedoch einen guten Mittelwert aus privaten und öffentlichen Stationen zur Verfügung stellen. Hier brauchen wir definitiv noch smarte Lösungen. 

Zum Schluss möchte ich noch einmal auf den Aspekt der Nachhaltigkeit zu sprechen kommen. Die Energiegewinnung durch erneuerbare Energien wie zum Beispiel durch Windparks, Solarenergie etc. für die „Ernährung“ der E-Autos zu nutzen, wäre hinsichtlich der Nachhaltigkeit eigentlich der optimale Weg, oder? 

Jörg Welke: Ja, prinzipiell schon. Aber wir benötigen insbesondere in den Großstädten zunächst mehr Möglichkeiten der „Shared Mobility“ – denn es bringt uns nicht voran, wenn wir so viele Ressourcen für die Herstellung von neuen Fahrzeugen verbrauchen, nur damit am Ende nur eine Person darin fährt. Es muss das Ziel sein, mehr Menschen gemeinsam gleichzeitig mit neuen modernen Fortbewegungsmöglichkeiten zu befördern, als wieder die gleiche Menge an Autos zu haben, wie wir sie jetzt schon haben. Da bringt uns auch nicht viel weiter nur, weil wir plötzlich erneuerbare Energien für alles nutzen. Damit wir nachhaltig sind, müssen wir erst mal reduzieren, – nur das ist letzten Endes smart und effizient.  

Vielen herzlichen Dank für das ausführliche Interview Herr Welke. 

Video: medsolutTV – Eine Einführung in die E-Mobilität

In der ersten Folge unserer neuen E-Mobility-Reportage nimmt Sie unser medsolutTV-Moderator Vincent Schneider mit und ergründet die Anfänge der E-Mobilität unter anderem spricht er dazu ebenfalls mit Jörg Welke von der eMO. Erfahren Sie alles über die Hintergründe, die Vorteile aber auch die Schattenseiten unserer modernen Art der Fortbewegung. Sehen Sie selbst: 

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