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Was steckt hinter dem Ablaufdatum von Desinfektionsmitteln?

Haltbarkeit von Desinfektionsmitteln: Was steckt hinter dem Ablaufdatum?

| von Julia

Insbesondere in den letzten beiden Jahren ist der Verbrauch von Desinfektionsmitteln auch im privaten Bereich stark gestiegen. Damit gehen einige Fragen einher – zum Beispiel die, wie es mit der Haltbarkeit von Desinfektionsmitteln aussieht und was es bedeutet, wenn das Ablaufdatum erreicht ist.

Wie lange sich verschiedene Desinfektionsmittelarten halten, ob sie nach Ablauf der Haltbarkeit entsorgt werden müssen und was das Robert-Koch-Institut in diesem Zusammenhang vorgibt, haben wir Ihnen in diesem Blogbeitrag kompakt zusammengefasst.

Wie lange ist Desinfektionsmittel haltbar?

Wie lange ein Desinfektionsmittel tatsächlich haltbar ist, hängt von einer Reihe verschiedener Faktoren ab. Vor allem die Zusammensetzung, die Verschlussart und der jeweilige Alkoholgehalt spielen eine wichtige Rolle. Aber auch andere Aspekte wie etwa die Marke, der Hersteller und die Art des Desinfektionsmittels können die Haltbarkeit maßgeblich beeinflussen.

Prinzipiell lässt sich jedoch sagen, dass sich die Haltbarkeitsdauer bei verschiedenen Desinfektionsmittel am besten hinsichtlich der Art einteilen lässt. Die Haltbarkeit der Desinfektionslösungen kann dann wie folgt aussehen:

Hände-Desinfektionsmittel

In Desinfektionsmitteln für Hände sind neben Alkohol auch andere Inhaltsstoffe enthalten, die von Sporiziden (wie Wasserstoffperoxid) über Feuchthaltemittel (man denke etwa an Glycerin) bis hin zu Pflegemitteln reichen können. So kann die Haut nicht nur von schädlichen Mikroorganismen befreit, sondern auch gleichzeitig vor einem Austrocknen bewahrt werden.

Das tatsächliche Ablaufdatum muss natürlich immer in der Packungsbeilage genannt werden, liegt aber je nach Hersteller und Produkt zwischen 6 und 12 Monaten. Als Beispiel kann das ALCOMAN Desinfektionsmittel genannt werden, dessen Haltbarkeit ebenfalls bei 12 Monaten nach dem erstmaligen Öffnen liegt.

Wunddesinfektionsmittel

Wunddesinfektionsmittel enthält hingegen keine Feuchthaltemittel oder Pflegestoffe, sondern andere Inhalte wie Phenoxylethanol, Octenidin oder Natriumchlorid bzw. Natriumhydroxid. Dadurch bietet diese Desinfektionsmittelart starke bakterizide und antiseptische Eigenschaften. Die Haltbarkeit ist allerdings gleich – auch bei Wunddesinfektionsmitteln liegt sie üblicherweise zwischen 6 und 12 Monaten.

Flächendesinfektionsmittel

Flächendesinfektionsmittel haben oftmals eine aggressivere Wirkungsform, da diese Desinfektion nicht im direkten Hautkontakt steht und konzentrierter sein kann. Nicht selten kommen Ammoniumverbindungen, Aldehyde, Glykoderivate und Peroxidverbindungen zum Einsatz.

Obwohl die Flächendesinfektion gerne stärker wirkt, bringt sie nicht immer eine längere Haltbarkeit mit sich. Als üblicher Haltbarkeits-Wert kann etwa 12 Monate genannt werden. Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel: Einige Vertreter dieser Kategorie können über einen längeren Zeitraum genutzt werden, sofern dies auf der Verpackung explizit angegeben wurde.

Desinfektionstücher

Etwas anders sieht es bei Desinfektionstüchern aus. Diese besitzen eine spezielle Tuchform und sind mit dem Desinfektionsmittel getränkt, was die Haltbarkeit mitunter stark verkürzen kann. Je nach Anwendungsgebiet (etwa Desinfektionstücher für die Hände oder solche für Flächen) kommt es zu großen Unterschieden bei der Zusammensetzung, was sich auch auf die Haltbarkeit auswirken kann.

Obwohl sich die Inhaltsstoffe nicht zu sehr von anderen Desinfektionsmittelarten unterscheiden, reduziert die Tuchform die Haltbarkeit in den meisten Fällen maßgeblich. Je nach Produkt liegt diese nicht selten bei 4 bis 12 Wochen ab Anbruch.

Warum endet die Haltbarkeit bei Desinfektionsmitteln?

Es mag kontraproduktiv erscheinen, dass Desinfektionsmittel mit einem Haltbarkeitsdatum versehen werden. Das hat tatsächlich zwei primäre Gründe – während es zum einen gesetzliche Vorgaben für Arzneimittel und Biozide in Deutschland gibt, spielt zum anderen auch die Flüchtigkeit von Alkohol eine entscheidende Rolle:

  • Gesetzliche Vorgaben: In Deutschland gilt die gesetzliche Pflicht, alle Arzneimittel und Biozide mit einem Ablaufdatum zu versehen. Desinfektionsmittel fallen ebenfalls in diese Kategorie, weshalb sie in diese Vorgabe fallen. Dadurch werden nicht nur Kunden geschützt, sondern auch der Hersteller von Pflichten entbunden. So muss dieser nach Erreichen des Ablaufdatums nicht mehr garantieren können, dass eine sichere Anwendung und eine hinreichende Wirkung weiterhin bestehen.
  • Wirksamkeit: Außerdem tragen die Inhaltsstoffe von Desinfektionsmitteln dazu bei, dass die Wirksamkeit mit der Zeit nachlässt. Übeltäter Nummer 1 ist hierbei der Alkohol, der in praktisch jedem Produkt enthalten ist. Dieser verflüchtigt sich schlichtweg mit der Zeit. Insbesondere Temperaturschwankungen und Feuchtigkeitsveränderungen können dazu verstärkt beitragen.

Desinfektionsmittel-Haltbarkeit, wenn abgelaufen: Ist es noch zweckdienlich?

Prinzipiell gilt natürlich, dass abgelaufene Produkte nicht weiterverwendet werden sollten. Bei Desinfektionsmitteln liegt das primär daran, dass keine Garantie für eine weitere Wirksamkeit mehr vorhanden ist. Ist das Desinfektionsmittel bereists länger geöffnet, kann die Wirkung sogar gänzlich verloren gegangen sein.

Etwas anders verhält es sich oftmals, wenn das Desinfektionsmittel bei Erreichen des Ablaufdatums noch nicht angebrochen wurde. Da der flüchtige Alkohol nicht entweichen kann, ist die Wirksamkeit mitunter weniger stark beeinträchtigt. Übrigens empfiehlt es sich in jedem Fall, das Mittel direkt bei Anbruch mit dem entsprechenden Datum zu markieren, um den geöffneten Zeitraum im Blick behalten zu können.

Ob das jeweilige Desinfektionsmittel nach Ablauf noch zweckmäßig ist, hängt außerdem wieder mit der Desinfektionsmittelart zusammen. Hierbei lassen sich wieder die folgenden Differenzierungen vornehmen:

Hände-Desinfektionsmittel

Hände-Desinfektionsmittel ist nach Erreichen des Ablaufdatums zwar nicht schädlich, kann aber oftmals die hohen Anforderungen an den Alltag nicht mehr bewältigen. Es eignet sich dann maximal zur Handpflege weiter. Die Haltbarkeit von Händedesinfektionsmittel nach Anbruch ist daher zwar gegeben, allerdings ist dieses dann nicht mehr zweckdienlich.

Wunddesinfektionsmittel

Bei Wunddesinfektionsmitteln sieht es hingegen anders aus. Dieses sollte auf keinen Fall mehr weiterverwendet werden, da es einen direkten Zugang zum Körper besitzt. Das entsprechende Risiko bei einem Ausfall der Wirkung ist schlichtweg nicht in Relation zu setzen.

Flächendesinfektionsmittel

Die Haltbarkeit von Flächendesinfektionsmittel nach Anbruch ist ebenfalls üblicherweise gegeben, aber aufgrund des flüchtigen Alkohols durch eine geringe Wirksamkeit gekennzeichnet. Verwenden Sie zur Flächendesinfektion lieber ein Produkt, bei dem Sie sich weiterhin sicher sein können, dass Bakterien, Viren und Co. entfernt werden.

Desinfektionstücher

Gleiches lässt sich auch über Desinfektionstücher sagen. Diese sollten nur dann weiterhin in Betracht gezogen werden, wenn sie beim Erreichen des Ablaufdatums noch nicht angebrochen waren.

Wie lange gilt die Haltbarkeit von Händedesinfektionsmitteln nach Anbruch ­– laut RKI?

Der oben genannten Meinung schließt sich übrigens auch das Robert-Koch-Institut (RKI) an. Im Leitfaden zur Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens wird angegeben, dass Händedesinfektionsmittel maximal bis zu 6 Monate nach Anbruch verwendet werden darf. Diese Linie ist eher vorsichtig gewählt, bietet aber einen sehr guten Schutz vor Wirkungsverlusten.

Diese Frist lässt sich darüber hinaus auf andere Desinfektionsmittelarten erweitern, die in Gesundheitseinrichtungen zu finden sind. Im privaten Bereich ist es allerdings ausreichend, sich an die Angaben der Hersteller zu halten – welche über 6 Monate hinausgehen können.

Die Haltbarkeit von Desinfektionsmitteln ist nach Ablaufdatum nicht gewährleistet

Obwohl Desinfektionsmittel auch nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums keine schädlichen Effekte erzeugen, sollten sie im angebrochenen Zustand nicht länger verwendet werden. Schuld ist der Verlust der Wirksamkeit, da der enthaltene Alkohol flüchtige Eigenschaften besitzt. Die Haltbarkeit von Desinfektionsmittel ist außerdem von der Art des Mittels abhängig und liegt üblicherweise zwischen 4 Wochen und 12 Monaten. Gehen Sie auf Nummer sicher und entsorgen Sie das Mittel nach diesem Zeitraum.

FAQ

Wie lange sich Desinfektionsmittel hält, lässt sich pauschal nur schwer beantworten. Neben der Art des Mittels wirken auch die Inhaltsstoffe und die Angaben des Herstellers auf die Haltbarkeit. Während die meisten Desinfektionsmittel nach 6 bis 12 Monaten ablaufen, sollten Desinfektionstücher nach 4 bis 12 Wochen nicht mehr verwendet werden.

Dass Desinfektionsmittel im Laufe der Zeit seine Wirkung verliert, liegt primär am hauptsächlichen Inhaltsstoff – dem Alkohol. Er ist zumeist in Form von Propanol, Isopropanol oder Ethanol enthalten und besitzt flüchtige Eigenschaften. Dadurch „verschwindet“ er langsam aus dem Desinfektionsmittel, sodass die Wirksamkeit negativ beeinträchtigt wird. Das gilt insbesondere für angebrochene Produkte.

Abgelaufenes Desinfektionsmittel sollte fachgerecht entsorgt werden. Aufgrund seiner Inhaltsstoffe gehört es zu den wässrigen Lösungen, die als Chemikalienabfall entsorgt werden müssen – es darf niemals im Abfluss oder der Toilette heruntergespült werden! Stattdessen ist eine Entsorgung in eigenen Behältern für chemikalische Abfälle (etwa in Recyclinganlagen oder bei Müllstationen) nötig.

Auch für Wundspray gelten ähnliche Vorgaben. Neben Alkohol sind nicht selten Tenside und Polyhexanid enthalten, die zur Wundheilung beitragen. Bei den meisten Vertretern von Wundspray liegt die Haltbarkeit nach Anbruch bei etwa 6 Monaten (man denke etwa an Hansaplast). Einzelne Hersteller und Produkte können allerdings auch länger haltbar sein, was jeweils auf der Verpackung angegeben wird.

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