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Umweltschutz: Gezielte Lösungen zur Eliminierung von (Mikro-)Plastik in Gewässern

| von Julia
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Unzählige Tiere verenden qualvoll in den Weltmeeren, weil sie an Plastikteilen ersticken oder sich in herrenlosen Fischernetzen, den sogenannten Geisternetzen, verfangen. Andere Meeresbewohner wiederum verschlucken im Laufe ihres Lebens Unmengen an Mikroplastik und sterben in Folge dessen ebenfalls einen sehr langsamen Tod. In der Tat ist es eine sehr dramatische Entwicklung – Plastik ist überall auf diesem Planeten zu finden. Aber wie kann man das viele Plastik wieder loswerden? An diesen und anderen Fragen arbeiten Forscher in aller Welt mit Hochdruck.

Wenn zu viel Plastikabfall anfällt…

Tiere verschlucken Plastikteile, und das Mikroplastik ist ebenfalls extrem umweltfeindlich. Auch daran verenden Tiere qualvoll. Darüber hinaus bedenken viele Menschen nicht, dass das „Plastikgift“ über die Fische direkt in die menschliche Nahrungskette gelangt. Aktuelle Statistiken belegen, dass drei Viertel des Mülls in den Weltmeeren aus Plastik besteht. In Zahlen bedeutet das: Jahr für Jahr verseuchen 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastik unsere Gewässer. Tendenz weiterhin steigend. Alljährlich verlieren Zehntausende Tiere so ihr Leben.

Plastik gehört nicht in die Umwelt – Lösungsansätze zur Verringerung von Plastik

Natürlich ist es das Beste, gänzlich auf Plastik zu verzichten. Aber das scheint gegenwärtig noch nicht möglich zu sein. Recycling erscheint dabei als sinnvolle Alternative. Allerdings fehlen oftmals die Mittel, um die Abfälle einzusammeln, zu sortieren und weiter zu verarbeiten. Effizienz und eine zukunftsorientierte Vorgehensweise sind daher unabdingbar.

Vielversprechende Ideen – der Umwelt zuliebe

Im Laufe der Zeit haben sich einige vielversprechende Lösungsansätze etabliert. Neben der Konzeptionierung umweltverträglicher Ersatzmaterialien ist die langfristige Vermeidung von Kunststoffen wesentlich. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat jüngst ein mit drei Millionen Euro gefördertes Forschungsprojekt ins Leben gerufen: „Plastik in der Umwelt – Quellen, Senken, Lösungsansätze“.

Moderne Kläranlagen sollen die in Abwässern enthaltenen

Mikroplastikteilchen zu einem Großteil selektieren können. Mithilfe spezieller Ultrafiltrationsvorrichtungen ist es möglich, selbst feine Partikel auszusortieren. Bei den hierfür verwendeten chemischen Präparaten besteht allerdings noch ein Verbesserungsbedarf.

Augenmerk auf Verbesserung des Müllmanagements Ländern der Dritten Welt

Forscher richten aktuell Ihren Blick auf die Optimierung des Müllmanagements in Ländern der Dritten Welt. So werden dort große Teile des Plastikmülls über Flüsse in die Weltmeere entsorgt. Schlecht gesicherte Deponien entlang von Gewässern sowie die ungefilterte Plastikmüllentsorgung in küstennahen Regionen müssen in jedem Fall angegangen werden. Diesbezüglich ist es ein kleiner Lichtblick, dass unter anderem aus Förder- und Spendengeldern Mittel freigesetzt werden, um die Infrastrukturen vor Ort zu verbessern, um den Müll zu managen. Eine gleichzeitige Reduktion des Plastikmülls würde ebenso dazu beitragen, das massive Problem langfristig in den Griff zu bekommen – zumindest teilweise.

Die riesige Vielzahl an Geisternetzen in den Gewässern

stellt ein weiteres Problem dar. Wissenschaftler sind der Ansicht, dass eine Prämie für die Fischer ausgegeben werden solle, um diese zu animieren, alte Netze nicht mehr im Meer zurückzulassen. Das nachträgliche Einsammeln der Netze ist hingegen deutlich zeit- und kostenaufwendiger. Auch die Kampagne „Fishing for Litter“ findet immer mehr Anhänger. Hierbei geht es darum, die Fischer zu animieren, den Müll, den sie in ihren Netzen haben, nicht in den Fanggewässern zu entsorgen, sondern ihn mit an Land zu bringen. Diesbezüglich gilt es jedoch, eine sukzessive Subventionierung der Fischereiflotten zu unterbinden.

Hinweis:

Weitergehende Informationen zur Kampagne sind auf der Webseite www.litterbase.org des Alfred-Wegener Instituts abrufbar.

Fakt ist, dass die viel diskutierten Plastiktüten im Zusammenhang mit der Müllproblematik in den Ozeanen nicht das Hauptthema sind. Vielmehr nehmen sie mit Blick auf das CO2-Problem einen zentralen Stellenwert ein. Das bei der Müllverbrennung anfallende CO2 gelangt in die Luft – und nicht ins Meer. In jedem Fall ist klar, dass ein Umdenken auf unterschiedlichen Ebenen erforderlich ist, um die Umwelt sukzessive zu entlasten.

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