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Desinfektion Definition - alles was Sie wissen müssen

Flächen-, Wisch- oder Scheuer-Desinfektion: Definition

| von Julia

Desinfektion ist nicht gleich Desinfektion – so können verschiedene Arten und Vorgehensweisen unterschieden werden, die mit dem Abtöten und Inaktivieren von Krankheitserregern im Zusammenhang stehen. Wie sich die Definition der „Desinfektion“ von der der Reinigung und Sterilisation abgrenzen lässt, welche Techniken unterschieden werden und worauf Sie beim Desinfizieren achten sollten, haben wir Ihnen in diesem Blogbeitrag kompakt zusammengefasst.

Was bedeutet Desinfektion? Allgemeine Definition

Ist von einer Desinfektion die Rede, so handelt es sich um eine Maßnahme zum Inaktivieren und Abtöten von Krankheitserregern, Keimen und Bakterien. Deren Anzahl wird auf einer Oberfläche so weit reduziert, dass keine Infektionsgefahr mehr von ihnen ausgeht – weshalb erst dann von einer Desinfektion gesprochen werden kann, wenn die Inaktivierungsrate bei 84 bis 99,9% liegt.

Die Frage „Was ist eine Desinfektion?“ lässt sich aber auch hinsichtlich der Vorgehensweise und Methodik beantworten. Nach dem Robert Koch Institut (RKI) gibt es eine Liste geprüfter Desinfektionsverfahren und -mittel, die unter diese Begriffsführung fallen. Dazu gehören beispielsweise verschiedene Desinfektionsobjekte (wie die Haut- oder Flächendesinfektion), Methoden (etwa die chemische oder die physikalische Desinfektion) sowie Applikationsverfahren und Zeitpunkte.

Was ist Desinfektion? Definition von Reinigung, Sterilisation und Desinfektion

Im Zusammenhang mit der Desinfektion und den Desinfektions-Methoden werden auch gerne die Methoden der Reinigung und der Sterilisation genannt. Tatsächlich beschreiben alle drei Begriffe aber verschiedene Techniken, die Unterschiede in der Wirkung – und damit auch in den möglichen Anwendungsgebieten – aufweisen.

Reinigung

Bei einer Reinigung werden Mikroorganismen (wie Viren, Bakterien und andere Keime) mechanisch von einer Oberfläche entfernt, sodass es sich im engeren Sinne nur um ein Entfernen von groben Verschmutzungen handelt. Im Gegensatz zur Desinfektion und zur Sterilisation werden Keine nicht abgetötet.

Allerdings heißt das nicht, dass eine Reinigung keinen Einfluss auf die Reduktion eines Infektionsrisikos nimmt – durch diesen mechanischen Vorgang werden zwischen 50 und 80% der Erreger abgetragen. Auch wird die Oberfläche von Schmutz befreit, was weder die Desinfektion noch die Sterilisation leisten. Deswegen wird die Reinigung gerne als erster Schritt der Keimreduktion eingesetzt.

Sterilisation

Die Sterilisation stellt im Gegensatz zur Desinfektion eine komplette Entkeimung dar. Schädliche Mikroorganismen werden nicht nur deutlich reduziert, sondern zu 100% abgetötet und inaktiviert. Das trifft auf Krankheitserreger in allen Entwicklungsstadien zu und umfasst sogar hartnäckige Vertreter wie Sporen, die selbst extreme Hitze oder Kälte überleben können.

Daher wird eine Oberfläche erst dann als steril bezeichnet, wenn sie gänzlich frei von vermehrungsfähigen Keimen ist. Der Begriff „vermehrungsfähig“ geht darauf ein, dass inaktivierte Bakterien, Viren, Sporen und Prionen sich weder ausbreiten noch einen schädlichen Einfluss auf den menschlichen Körper nehmen können.

Desinfektion

Was bedeutet nun Desinfektion? Prinzipiell liegt dieses Verfahren zwischen der Reinigung und der Sterilisation. Eine etwaige Infektionsgefahr wird reduziert, indem die Keime um 84 bis 99,9% inaktiviert und abgetötet werden. Je nach Desinfektionsmittelart wirkt diese Dekontamination bakterizid, fungizid, viruzid oder sporizid und kann für diverse Einsatzbereiche verwendet werden.

Das RKI unterteilt die Wirksamkeit von Dekontaminationen in verschiedene Bereiche, was bei der Auswahl für bestimmte Anwendungsfelder und Verfahren hilft. Gleichzeitig gibt das RKI Desinfektionsmaßnahmen für verschiedene Risikobereiche vor, die sich nach dem Infektionsrisiko richten.

Desinfektionsarten: Methoden der Desinfektion

Damit die Anzahl von Krankheitserregern auf verschiedenen Oberflächen so weit reduziert werden kann, dass von ihnen keine Infektionsgefahr mehr ausgeht, kommen gleich mehrere Methoden zur Desinfektion bzw. Desinfektionsarten infrage. Dadurch kann das Desinfektionsverfahren optimal auf die Eigenschaften der Oberfläche angepasst werden.

Wisch- oder Scheuerdesinfektion

Die wohl bekannteste Desinfektionsart ist die Wisch- oder Scheuerdesinfektion, die eine Form der Flächendesinfektion darstellt. Dabei werden Desinfektionsmittel mit einem Reinigungsutensil (man denke etwa an Lappen, Tücher und Schwämme) durch Wischen auf einer Oberfläche verteilt. Das bringt die Vorteile, dass das Mittel lange einwirken kann und sich optimal dosieren lässt. Wichtig ist, den Wischlappen regelmäßig auszuwechseln – sonst droht eine Keimverschleppung.

Chemische Desinfektion

Hinter der „chemischen Desinfektion“ versteckt sich eine übergreifende Definition von Desinfektionen, die mehrere Vorgehensweisen umfasst. Prinzipiell bedeutet diese Bezeichnung nur, dass Erreger durch biozide Wirkstoffe inaktiviert werden.

Diese flüssigen Desinfektionsmittel können auf verschiedene Arten wirken: Einige sorgen für eine Enzymhemmung bei den pathogenen Krankheitserregern, während andere das Zelleiweiß zerstören oder die Zellwandfunktion der Mikroorganismen einschränken. Achten Sie beim Einsatz chemischer Mittel auf etwaige Wirkungslücken.

Eintauchdesinfektion

Bei der Eintauch- oder Einlegedesinfektion werden die betroffenen Gegenstände gänzlich mit einem Desinfektionsmittel bedeckt. Das passiert in einem Tauchbad, weshalb überwiegend Instrumente wie Scheren, Klemmen und Schläuche damit desinfiziert werden.

Es ist darauf zu achten, dass Hohlräume ebenfalls sorgfältig mit der Desinfektionslösung ausgefüllt werden und keine Luftblasen vorhanden sind. Außerdem muss das Desinfektionsmittel täglich erneuert und mit kaltem Wasser hergestellt werden, um ein Abdampfen zu verhindern.

Alkoholische Schnelldesinfektion

Die alkoholische Schnelldesinfektion gehört ebenfalls zur Flächendesinfektion und ist nicht nur in Pflegeeinrichtungen, Lebensmittelproduktionen, Laboren und Co. zu finden, sondern breitet sich auch immer weiter im privaten Bereich aus. Für die alkoholische Schnelldesinfektion werden Desinfektionsmittel mit Inhaltsstoffen wie Ethanol und Isopropanol eingesetzt, die schädliche Erreger denaturieren.

Im Handel werden verschiedene Arten dieser Desinfektionsmittel angeboten, die von Hygiene-Sprays über Reiniger bis hin zu Tüchern reichen. Auch Handgels sind nicht selten mit alkoholischen Inhaltsstoffen versehen.

Sprühdesinfektion

Der Vollständigkeit halber muss auch die Sprühdesinfektion auf dieser Liste stehen. Dabei werden Desinfektionsmittel mit einem Vernebler auf eine Oberfläche aufgetragen, ohne dass ein direkter Kontakt zwischen dem Sprühkopf und dem Gegenstand entsteht. Allerdings kommt es bei diesem Verfahren zu einer Belastung der Raum- und Atemluft mit Aerosolen, was schnell gesundheitsgefährdend werden kann.

Hinzu kommt, dass eine ausreichende Desinfektion der Fläche nicht nachgewiesen werden kann, da sie lediglich leicht benetzt wird. Nicht zuletzt deswegen wird die Sprühdesinfektion nur noch selten bis gar nicht mehr angewandt. Die Sprühdesinfektion ist zwar noch erlaubt, inzwischen aber nur noch wenig anerkannt.

Physikalische Desinfektion

Dem gegenüber steht die physikalische Desinfektion, die Mikroorganismen durch Hitze (beispielsweise Dampf und hohe Temperaturen) oder durch Strahlung (wie Gamma-Strahlung und UV-Licht) inaktiviert und abtötet. Durch vollautomatische Reinigungs- und Desinfektionsgeräte (RDG) erfolgt das nicht nur automatisch, sondern auch dokumentierbar.

Im Gegensatz zur chemischen Desinfektion gibt es hier keine Wirkungslücken, aber leider eignen sich nicht alle Gegenstände für ein solches Verfahren. Auch können große Flächen damit nur bedingt desinfiziert werden. Hinzu kommen recht hohe Anschaffungskosten für diese Instrumente.

Thermische Desinfektion

Eine spezielle Unterart der physikalischen Desinfektion ist übrigens die thermische Desinfektion. Bei dieser Vorgehensweise werden Flächen, Gegenstände und Flüssigkeiten stark erhitzt, wodurch lebende Krankheitserreger ebenfalls abgetötet werden können. Gängige Verfahren sind beispielswiese die Pasteurisierung, die thermische Sterilisation und die Ultrahocherhitzung.

Bei der thermischen Desinfektion lassen sich außerdem die trockene Hitze und die feuchte Hitze unterscheiden. Erstere eignet sich zum Desinfizieren von abflammbaren hitzebeständigen Materialien (man denke etwa an Reagenzgläser), während letztere in Form von Dampf zum Beispiel für Kissen, Decken und Matratzen eingesetzt werden kann.

Strahlung

Auch die Strahlung gehört als Unterkategorie zur physikalischen Desinfektion. Insbesondere bei der Desinfektion von Raumluft (wie in OP-Schleusen oder Laboren) wird UVC-Strahlung verwendet. Allerdings ist das Verfahren nicht unumstritten, da ein ständiger Luftaustausch die Wirksamkeit reduzieren kann. Auch andere ionisierende Strahlungen wie Gammastrahlen kommen bei dieser Desinfektionsart zur Anwendung.

Mithilfe der Strahlendesinfektion können diverse Anwendungsbereiche abgedeckt werden, die bei einer chemischen Vorgehensweise verunreinigt werden könnten. Dazu gehören etwa die Wasseraufbereitung und die Konservierung von Lebensmitteln. Zusätzlich lassen sich Flächen mit UV-Licht dauerhaft bestrahlen.

Richtig desinfizieren – so geht’s!

Bei der Desinfektion sollten Sie auf einige Vorkehrungen achten, um ein ideales Ergebnis erzielen zu können. Dazu gehören insbesondere die folgenden:

  • Wirksamkeit des Desinfektionsmittels: Nicht jedes Desinfektionsmittel deckt jedes Wirkungsspektrum ab. Entscheiden Sie sich deswegen für Desinfektionsmittelarten oder Verfahren, die für die Art der Kontamination geeignet sind und gegen die tatsächlichen Keime eingesetzt werden können.
  • Eignung der Flächen: Außerdem sollten Sie die Desinfektion auf die Oberflächen oder Gegenstände anpassen. So kommt die Bestrahlung oder eine Wisch- und Scheuerdesinfektion vor allem für offene Flächen infrage, während thermische Desinfektionen für Flüssigkeiten geeignet sind.
  • Hilfsmittel: Entscheiden Sie sich am besten für Einwegprodukte, um flüssige Desinfektionsmittel auf Oberflächen zu verteilen. Achten Sie darauf, für jede neue Desinfektionsfläche auch ein neues Desinfektionsutensil zu verwenden und waschen Sie wiederverwendete Lappen bei mindestens 60°C.
  • Vorgehensweise: Benetzen Sie die Oberflächen vollständig und wischen Sie Flächen gänzlich nass ab. Vermeiden Sie außerdem ein starkes Verreiben des Desinfektionsmittels, um etwaige Keime nicht zu verschleppen.
  • Einwirkzeit: Danach dürfen die Flächen und Gegenstände nicht getrocknet werden – lassen Sie das Desinfektionsmittel stattdessen einwirken, bis es von allein verdampft.
  • Inhaltsstoffe der Desinfektionsmittel: Achten Sie außerdem auf die Inhaltsstoffe der Desinfektionsmittel und verwenden Sie Handschuhe, um Ihre Haut zu schützen. Einige Mittel können reizend und ätzend wirken. Chlor-Desinfektionsmittel können zum Beispiel die Hautbarriere stören und für juckende Hände sorgen.

Flächendesinfektion: Definition und Durchführung

Spricht man von Desinfektionsarten, ist auch die Flächendesinfektion eine besondere Lösung. Nicht jede Flächendesinfektion ist gleich, sodass für unterschiedliche Situationen auch verschiedene Methoden notwendig sind. Diese können nach Anwendungszweck differenziert werden, wobei insbesondere die prophylaktische Desinfektion, die gezielte Flächendesinfektion und die Schlussdesinfektion genannt werden können:

Prophylaktische Desinfektion (vorbeugend)

Bei der prophylaktischen, vorbeugenden oder laufenden Desinfektion handelt es sich um eine Routinemaßnahme, die im medizinischen Bereich laufend fällig wird – und natürlich auch laufend durchgeführt wird. Sie dient dem Zweck, das Personal und die Patienten zu schützen, indem die Verbreitung von Krankheitserregern und potenziell schädlichen Mikroorganismen verhindert wird.

Bei der Auswahl des Desinfektionsmittels muss folglich auf eine Reihe von Eigenschaften geachtet werden. So müssen diese Mittel für eine prophylaktische Desinfektion sowohl bakterizid und levurozid als auch begrenzt viruzid sein. Auch ist auf eine ausreichende Einwirkzeit und die Anwendung in einer passenden Konzentration zu achten. Sie erstreckt sich primär auf Flächen, die mit erregerhaltigem Material kontaminiert sein könnten.

Gezielte Flächendesinfektion

Die gezielte Flächendesinfektion wird hingegen dann eingesetzt, wenn direkte Maßnahmen bei einer Ausbruchsituation, beim Auftreten spezieller Erreger oder bei einer erkennbaren Kontamination von Flächen notwendig sind. Eine solche Kontamination kann etwa durch Blut, Eiter, Urin, Kot und andere Körperflüssigkeiten verursacht werden.

Lässt sich der Ausbruch eines speziellen Erregers nachweisen, muss das Desinfektionsmittel über das erforderliche Wirkungsspektrum verfügen. Dann kommen beispielsweise tuberkulozide, sporizide oder viruzide Varianten zum Einsatz, die den krankheitserregenden Mikroorganismen entgegenwirken. Deswegen ist eine vorherige Risikobewertung der Flächen elementar.

Schlussdesinfektion

Die Schlussdesinfektion, die auch als Raum- oder Abschlussdesinfektion bezeichnet werden kann, ist nach §10 des Bundesseuchengesetzes geregelt. Sie wird dann durchgeführt, wenn ein Bereich oder Raum nach dem Verlegen, Entlassen oder Tod eines Patienten bzw. Bewohners aufbereitet werden muss. Dadurch wird sichergestellt, dass vor einer Neubelegung von dem Raum kein Infektionsrisiko ausgehen kann.

Deswegen stellt die Schlussdesinfektion eine Sonderform der gezielten Desinfektion dar. Gab es etwa eine Ausbruchsituation mit speziellen Erregern (man denke etwa an multiresistente oder hochinfektiöse Keime) oder mit meldepflichtigen Erkrankungen, darf diese Methode nur von einem staatlich geprüften Desinfektor durchgeführt werden.

Desinfektion: Definition und Tipps noch einmal kurz im Überblick

Zum effektiven Abtöten und Inaktivieren von schädlichen Mikroorganismen und Krankheitserregern wird die Desinfektion eingesetzt. Sie definiert sich dadurch, dass Keime um bis zu 99,9% reduziert werden. Aufgrund der einfachen Anwendbarkeit und der vielfältigen Methoden gehört eine regelmäßige Desinfektion zu den festen Größen in Laboren, medizinischen Einrichtungen, Produktionsstätten und Co.

Wichtig ist, bei der Auswahl des Desinfektionsmittels auf eine Eignung für die Gegenstände und Oberflächen zu achten. Außerdem muss ein Mittel oder Verfahren gewählt werden, das keine Wirkungslücken aufweist. Wer sich an diese Grundsätze hält, ist bei der Desinfektion eindeutig auf der sicheren Seite.

FAQ’s

Unter einer Desinfektion wird eine Reduktion der Keimkonzentration von 84 bis 99,9% verstanden. Dabei kann es sich sowohl um eine Inaktivierung als auch um ein Abtöten von Krankheitserregern, Keimen, Bakterien, Viren und Co. handeln.

Während eine Desinfektion eine Keimreduktion um bis zu 99,9% beschreibt, definiert sich eine Sterilisation als ein Prozess, der zu einer vollständigen Keimfreiheit führt. Deswegen wird der Prozess der Sterilisation auch als Entkeimung bezeichnet. Aus diesen Definitionen ergeben sich außerdem unterschiedliche Anwendungsgebiete.

Je nach Einteilung kann die Desinfektion in verschiedene Arten unterteilt werden. Dazu gehören etwa Desinfektionsobjekte (wie Haut-, Wäsche-, Flächen- und Instrumentendesinfektion) als auch Methoden (beispielsweise die chemische, physikalische oder thermische Desinfektion). Hinzu kommen Applikationsverfahren (Wisch-, Sprüh-, Scheuer- und Eintauchdesinfektion).

Mithilfe der Desinfektion soll die Übertragung und Ausbreitung von Infektionskrankheiten verhindert werden. Das betrifft sowohl eine direkte Übertragung durch kontaminierte Flüssigkeiten als auch eine indirekte Übertragung durch Arbeitsflächen, Türgriffe und Sanitärobjekte.

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